Kombination von genomeditierten CAR-T-Zellen und Agonisten des angeborenen Immunsystems zur Behandlung gastrointestinaler Tumoren

CAR-T-Zellen sind speziell veränderte Immunzellen, die Krebszellen gezielt angreifen. Während sie bei Blutkrebs erfolgreich eingesetzt werden, stoßen sie bei soliden Tumoren auf Hindernisse: Sie dringen schwer in Tumore ein und werden durch die Tumorumgebung in ihrer Funktion eingeschränkt. In diesem Projekt kombinieren die Forschenden CAR-T-Zellen mit Wirkstoffen, die das angeborene Immunsystem stimulieren, wodurch sich die Wirksamkeit von CAR-T-Zellen in soliden Tumorentitäten erhöhen könnte.

Nutzung der AMPK-Modulation als präklinische Bewertung der TMEM70-abhängigen mitochondrialen Kardiomyopathie

TMEM70-Mangel ist eine genetisch bedingte mitochondriale Störung, die sich nachteilig auf die Herzfunktion auswirkt. TMEM70 ist am Aufbau der ATP-Synthase beteiligt, die für den Großteil der Energieerzeugung in den Mitochondrien verantwortlich ist. Patienten und Patientinnen mit TMEM70-Mutationen haben eine hohe Inzidenz von Herzkrankheiten und frühzeitigem Tod. Leider beschränken sich therapeutische Ansätze immer noch auf symptomatische und unterstützende Maßnahmen. Die Forschenden schlagen eine pharmazeutische AMPK-Modulation als mögliche therapeutische Strategie vor.

Manipulation des metabolischen Wechsels von Fibroblasten als potenzielle therapeutische Strategie zur Umkehrung der kardialen Fibrose

Pathologische Herzfibrose ist eine häufige Begleiterscheinung von Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Derzeit gibt es keine Therapien, die die Fibrose direkt rückgängig machen können. Das Team der Forscherinnen hat gezeigt, dass der Transkriptionsfaktor Sox9 eine entscheidende Rolle bei der Narbenbildung nach einem Herzinfarkt spielt. Die genauen Mechanismen, durch die er die kardiale Fibrose reguliert, sind jedoch noch unklar. Herzfibroblasten produzieren nach Verletzungen extrazelluläre Matrix (ECM). Eine übermäßige Ablagerung von ECM führt zu pathologischer Fibrose.

Limitationen der Herz-MRT überwinden: KI-basierte Strategien zur beschleunigten Durchführung

Für die Diagnose und Beurteilung vieler Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist die Herz-Magnetresonanztomographie (MRT) nicht mehr wegzudenken. Jedoch ist während der zeitintensiven Untersuchung wiederholtes Atemanhalten für die Bildaufnahme notwendig. Die umfangreiche Durchführung der Untersuchung ist zudem nur durch speziell geschultes Personal möglich. Methoden der künstlichen Intelligenz (KI) könnten hier einen entscheidenden Beitrag leisten, um diese Limitationen zu überwinden.

Kognitive Leistungsfähigkeit bei älteren Erwachsenen: Können geschlechtsspezifische Ursache-Wirkungs-Modelle genauere Vorhersagen zur kognitiven Leistungsfähigkeit vor dem Einsetzen von Beeinträchtigungen liefern?

Angesichts steigender Lebenserwartung und der damit einhergehenden Zunahme von Menschen mit kognitiven Beeinträchtigungen (z.B. Demenz) wird die Bedeutung des Verständnisses und der Prävention kognitiver Dysfunktionen im höheren Alter immer wichtiger. Das Projekt zielt darauf ab, Profile aus demografischen, lebensstil- und gesundheitsbezogenen Faktoren zu ermitteln, die für den Erhalt von Hirnstruktur und kognitiven Leistungen älterer Menschen verantwortlich sind. Zunächst wird getestet, ob sich die Profile zur Vorhersage der kognitiven Leistungen eignen.

AAV-vermittelte Expression breit-neutralisierender Antikörper zur Therapie und Prävention der HIV-1-Infektion

Hochwirksame Antikörper gelten als vielversprechender Ansatz zur Therapie und Prävention von HIV-Infektionen. Ähnlich wie antiretrovirale Medikamente zur Behandlung von HIV-Infektionen müssen sie aufgrund ihrer begrenzten Halbwertszeit jedoch regelmäßig verabreicht werden. Das Projekt zielt darauf ab, Strategien zu entwickeln, mit denen der Körper breit neutralisierende Antikörper selbst herstellen kann. Im Mittelpunkt steht dabei die Optimierung von Genvektoren, die auf Adeno-assoziierten Viren (AAV) basieren.

Individualisierter und rationaler Einsatz von Extrakorporalverfahren bei kritisch kranken Patient:innen

In der modernen Intensivmedizin haben wir die Möglichkeit die meisten Organe zumindest zeitweise zu ersetzen und verschiedene Toxine und schädliche Substanzen aus dem Blutkreislauf zu entfernen. Diese reichen von einer Dialyse bei Nierenversagen über Leberdialyse bei Leberversagen hin zu Adsorberanwendung zur Entfernung von z.B. Zytokinen, Bilirubin oder Myoglobin. Um diese Verfahren zukünftig noch zielgerichteter einsetzen zu können, soll die Funktion des jeweiligen Geräts und die zugrundeliegende Erkrankung noch besser verstanden werden.

KI-gestützte Bestimmung organspezifischer biologischer Alterungsmaße zur individualisierten Risikostratifizierung

Lisa Adams untersucht mit ihrem Team, wie schnell einzelne Organe altern. Auf Basis von MRT- und CT-Aufnahmen bestimmen sie bildbasiert das biologische Alter von Leber, Nieren, Milz, Bauchspeicheldrüse und Muskulatur. Referenzwerte aus bevölkerungsbasierten Studien dienen dazu, Abweichungen zu identifizieren, die auf erhöhte Krankheitsrisiken oder eine geringere Belastbarkeit hinweisen.

MOMENT-MYCN: Von molekularen Mechanismen zu neuen Therapien für MYCN-amplifizierte spinale Ependymome

Ependymome sind bösartige Tumoren des Gehirns und Rückenmarks. Das Projekt „MOMENT-MYCN" erforscht eine aggressive, bisher unheilbare Unterform, die vor allem Jugendliche und junge Erwachsene betrifft. Diese erst 2019 entdeckte Tumorart weist zu viele Kopien des wachstumstreibenden Krebsgens MYCN auf. Die Studie untersucht den Einfluss von MYCN auf das Krebswachstum, biologische Prozesse in den einzelnen Zellen und ob dessen Blockade das Tumorwachstum hemmen könnte.

Zelluläre Aufnahme und Präsentation von zirkulierender zellfreier DNA, einem wichtigen Immunmediator nach einem Schlaganfall

Ein ischämischer Schlaganfall verursacht nicht nur eine lokale Schädigung von Hirngewebe, sondern setzt auch eine ausgeprägte systemische Immunreaktion in Gang. Ein zentrales Element dabei ist die Freisetzung zellfreier, doppelsträngiger DNA (cfDNA), die überwiegend von aktivierten Neutrophilen stammt. Diese cfDNA fungiert als starkes Gefahrensignal und wird von Immunzellen aufgenommen, wo sie das AIM2-Inflammasom aktiviert – einen zellulären Sensor, der die Freisetzung des Entzündungsbotenstoffs IL-1β auslöst.