Individualisierter und rationaler Einsatz von Extrakorporalverfahren bei kritisch kranken Patient:innen
In der modernen Intensivmedizin haben wir die Möglichkeit die meisten Organe zumindest zeitweise zu ersetzen und verschiedene Toxine und schädliche Substanzen aus dem Blutkreislauf zu entfernen. Diese reichen von einer Dialyse bei Nierenversagen über Leberdialyse bei Leberversagen hin zu Adsorberanwendung zur Entfernung von z.B. Zytokinen, Bilirubin oder Myoglobin. Um diese Verfahren zukünftig noch zielgerichteter einsetzen zu können, soll die Funktion des jeweiligen Geräts und die zugrundeliegende Erkrankung noch besser verstanden werden. Letzter und wichtigster Schritt ist dann der Nachweis, dass der einzelne Patient bzw. die einzelne Patientin von dem Einsatz profitiert und z.B. die Überlebenswahrscheinlichkeit steigt, die Organe nach der schweren Erkrankung wieder besser funktionieren und die Lebensqualität nach der schweren Erkrankung verbessert werden kann. Gleichzeitig ist es aber auch wichtig Patientinnen und Patienten zu identifizieren, die von diesen Verfahren nicht (mehr) profitieren können und der Einsatz damit nicht zielführend ist. Hierzu werden wir in den kommenden Jahren klinische Studien und translationale Forschungsprojekte durchführen, bei denen die Eigenschaften der Geräte auf der Intensivstation untersucht, die Erkrankungen noch besser verstanden und der Nutzen individuell nachgewiesen werden soll. Zudem sollen Algorithmen zur Individualisierung der Therapie etabliert und Subgruppen identifiziert werden, bei denen eine Anwendung am vielversprechendsten ist.