Alles fließt? Pathophysiologie und Prognose des „No-Reflow“-Phänomens beim akuten Schlaganfall durch Verschluss großer Gefäße

Die mechanische Thrombektomie ist eine sehr wirksame Behandlung, bei der große Blutgerinnsel aus Hirnarterien entfernt werden. Doch selbst wenn das Gefäß vollständig wiedereröffnet wird, haben viele Patientinnen und Patienten bleibende Behinderungen. Ein Grund dafür ist das No-Reflow-Phänomen: Winzige Blutgefäße im Gehirn bleiben verschlossen oder geschädigt, sodass das Blut das Gewebe nicht erreicht.

PANHPVAX: Verlängerung einer klinischen Phase-I-Studie zu einem prophylaktischen Papillomavirus-Impfstoff: Ermittlung der optimalen Antigen-Adjuvans-Formulierung zur Erzielung der höchsten Impfwirksamkeit

Zervixkarzinome sind mit jährlich über einer halben Million Neuerkrankungen weltweit eine der häufigsten Krebserkrankungen und in Folge Todesursache bei Frauen. Eine Impfung gegen Hochrisiko Humane Papillomavirus Typen kann vor der Erkrankung schützen. Trotz der bereits erhältlichen Impfstoffe auf dem Markt besteht weiterhin ein außerordentlicher globaler Bedarf, da mit den bestehenden Produkten nicht alle Märkte bedient werden können, u.a. wegen der Notwendigkeit zum Vertrieb über eine Kühlkette.

Anwendung von Virtual Reality zur Reduktion postoperativer Schmerzen und des Schmerzmittelbedarf bei viszeral-onkologischen Patienten (VELOCIRAPTOR-Studie)

Die VELOCIRAPTOR-Studie (Virtual rEaLity OverComIng pRacticAl challenge of PosTOpeRative pain) ist eine prospektive, randomisiert kontrollierte klinische Studie zur Untersuchung der Wirksamkeit von Virtual Reality (VR) hinsichtlich Reduktion von postoperativen Schmerzen, Angstzuständen und Schmerzmittelverbrauch bei viszeral-onkologischen Operationen. Insgesamt 150 Patientinnen und Patienten, die sich einer elektiven offenen abdominalen onkologischen Resektion unterziehen, werden randomisiert der VR-Interventionsgruppe oder einer Kontrollgruppe mit Standardversorgung zugeteilt.

Strukturelle Charakterisierung zerebraler Thromben zur Entwicklung kombinierter Thrombolyse-Strategien

Ziel der Akutbehandlung des ischämischen Schlaganfalls ist die rasche Auflösung des zum Gefäßverschluss führenden Blutgerinnsels. Die systemische Thrombolyse ist eine evidenzbasierte Therapie, deren rekanalisierendes Potential unter anderem durch die strukturelle Zusammensetzung zerebraler Thromben limitiert ist. Innerhalb dieses Projektes wollen die Forschenden ein verbessertes pathophysiologisches Verständnis über strukturbildende Faktoren von zerebralen Thromben, den Einfluss einer vorbestehenden Antikoagulation und Thrombolyse-Resistenz vermittelnder Faktoren erlangen.

Amplituden-optimierte Defibrillation (AOD) für die gewebeschonende Terminierung maligner Herztachyarrhythmien

Herzrhythmusstörungen wie Kammerflimmern (VF) oder pulslose ventrikuläre Tachykardie (VT) erfordern eine sofortige Intervention, wobei die standardmäßige Hochenergie-Defibrillation das Herzgewebe belasten und langfristige Schäden verursachen kann. Die Amplituden-optimierte Defibrillation (AOD) steht hier für eine rasche Wiederherstellung eines organisierten Herzrhythmus bei möglichst geringer myokardialer Belastung. 

Rolle von Stat5 in CD4+ T-Zellen bei chronischer Kolitis

Chronisch entzündliche Darmerkrankungen (CED) wie Morbus Crohn oder Colitis Ulcerosa sind durch eine massive und unkontrollierte Einwanderung von T-Zellen in den Darm gekennzeichnet. Bei diesen entzündlichen Prozessen spielt der sogenannte Jak/Stat-Signalweg eine wichtige Rolle. Dieser ist jedoch im T-Zell-Kompartiment noch nicht genau geklärt, obwohl Jak-Inhibitoren bereits zur Behandlung von CED eingesetzt werden.

IL-10 gegen T-Zell-Erschöpfung: Neue Wege zur Verbesserung der Krebsimmuntherapie

Das Immunsystem spielt eine zentrale Rolle bei der Bekämpfung von Krebs, doch Immunzellen können mit der Zeit erschöpft werden und ihre Wirksamkeit verlieren. Dieses Projekt untersucht ein Molekül namens IL-10, von dem lange angenommen wurde, dass es die Aktivität von Immunzellen unterdrückt und dadurch Tumoren hilft, dem Immunsystem zu entkommen. Neue Erkenntnisse zeigen jedoch das Gegenteil: IL-10 kann Immunzellen dabei helfen, aktiv zu bleiben und Krebs besser zu kontrollieren.

Untersuchung eines zelltypübergreifenden, funktionellen microRNA-125a Netzwerks als Treiber der Sepsis-induzierten Koagulopathie

Sepsis ist eine lebensbedrohliche Erkrankung, bei der eine fehlgeleitete Immunreaktion zu Organversagen führen kann. Eine häufige und besonders gefährliche Komplikation ist die Sepsis-induzierte Koagulopathie. Dabei gerät das Gerinnungssystem aus dem Gleichgewicht, und kleine Blutgerinnsel können entstehen. Dadurch kann die Durchblutung lebenswichtiger Organe zusätzlich beeinträchtigt werden. Warum diese Gerinnungsstörung entsteht, ist bisher nur unvollständig verstanden.

GluN2D-Antagonist als schnell wirksames Antidepressivum

Depressionen zählen weltweit zu den häufigsten und belastendsten Erkrankungen. Die derzeit verfügbaren Antidepressiva wirken bei vielen Patientinnen und Patienten nicht oder erst mit erheblicher Verzögerung. Das Projekt verfolgt einen neuartigen, grundlagenwissenschaftlich fundierten Ansatz zur Entwicklung eines schnell wirksamen, gut verträglichen Antidepressivums auf Basis der GluN2D-Untereinheit des NMDA-Rezeptors - ein Zielmolekül, das die Forschenden in vorklinischen Studien als zentralen Wirkmechanismus von Ketamin identifizieren konnten.

Netzwerk-basierte Single-Session-Interventionen für junge Menschen während der Wartezeit auf Psychotherapie – ein personalisierter Ansatz für schnellen Zugang zu psychologischer Behandlung

In Deutschland warten Jugendliche und junge Erwachsene mit psychischen Problemen häufig bis zu sechs Monate auf eine Therapie. Diese Wartezeit kann Symptome verschlimmern, Probleme chronifizieren oder zu Schulschwierigkeiten führen. Single-Session Interventionen (SSI) könnten diese Lücke überbrücken und Verschlechterungen verhindern. Die Studie prüft, ob zwei personalisierte SSIs besser wirken als eine Standard-SSI.