Produktion eines Remyelinisierungs-spezifischen transdermalen Aminophyllin-Pflasters und klinische Phase-I-Studie zur Überprüfung der Pharmakokinetik, der lokalen Hauttoxizität und der Hauthaftung

Multiple Sklerose (MS), die häufigste degenerative Erkrankung des Zentralnervensystems bei jungen Erwachsenen, betrifft weltweit 2,9 Millionen Menschen und beeinträchtigt deren Lebensqualität erheblich. MS ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Schädigung der Myelin bildenden Zellen und zu demyelinisierenden Läsionen führt, wodurch die Funktion und die Integrität der Neuronen beeinträchtigt werden. Die verfügbaren immunmodulatorischen Therapien können zwar die Häufigkeit von Schüben verringern, fördern jedoch keine Regeneration.

Mikrorobotische Immunphänotypisierung für eine standardisierte und zugängliche Zelldiagnostik

Die Immunphänotypisierung ist ein wichtiges Verfahren zur Diagnose und Überwachung von Erkrankungen des Blutes und des Immunsystems. Die heute überwiegend eingesetzte Durchflusszytometrie erfordert jedoch kostenintensive Geräte, komplexe Arbeitsabläufe und speziell geschultes Fachpersonal. Dies erschwert eine standardisierte Anwendung und begrenzt den Zugang zu moderner Zelldiagnostik, insbesondere außerhalb spezialisierter medizinischer Zentren.

Auditorische Aufmerksamkeit in Alltagssituationen bei der erwachsenen Aufmerksamkeits-Defizit Hyperaktivitätsstörung (ADHS)

Das Projekt untersucht, wie Erwachsene mit Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) Geräusche in alltagsnahen Situationen verarbeiten und wie dies mit Aufmerksamkeit, Ablenkbarkeit und sensorischer Überlastung zusammenhängt. Viele Betroffene berichten, dass Hintergrundgeräusche im Büro, in Gesprächen oder in öffentlichen Räumen die Konzentration deutlich erschweren. Bisher wurden solche auditorischen Verarbeitungsauffälligkeiten jedoch überwiegend unter kontrollierten Laborbedingungen untersucht.

Lymphknoten-Stromazellen nach tiefer B-Zell-Depletion bei Autoimmunerkrankungen

Retikuläre Stromazellen bilden das strukturelle Grundgerüst der Lymphknoten und sind essenziell für deren Organisation und Funktion als zentrale Schaltstellen des Immunsystems, in denen T- und B-Zellen aktiviert werden. Da bei vielen Autoimmunerkrankungen B-Zellen Antikörper gegen körpereigene Strukturen bilden, vermuten die Forschenden, dass retikuläre Stromazellen an deren Pathogenese beteiligt sind.

Von kortikaler Netzwerkdysfunktion zur Therapie: Eine transnationale Studie zu neuroprotektiven Strategien und zur stressassoziierten Verstärkung Chemotherapie-induzierter peripherer Neuropathie

Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN) ist eine häufige, klinisch relevante Nebenwirkung onkologischer Therapien. Sie kann Schmerzen und Sensibilitätsstörungen verursachen, die Lebensqualität erheblich einschränken und teils eine Dosisreduktion der Chemotherapie erforderlich machen. Bislang ist unzureichend verstanden, welche Mechanismen CIPN-Schmerzen verstärken oder chronifizieren und wie sich daraus individuelle Risikoprofile und gezielte Therapieansätze ableiten lassen.

Validierung eines Beschichtungssystems für Implantate und Endoprothesen mit aktivierbaren Eigenschaften

Jährlich werden in Deutschland über 400.000 Endoprothesen implantiert. Bei bis zu 2 % aller Eingriffe kommt es zu Implantat-assoziierten Infektionen. Bei Revisionsoperationen steigt dieses Risiko auf bis zu 40 %. Die Folgen sind gravierend: langwierige Krankenhausaufenthalte, Funktionsverlust, im schlimmsten Fall Amputation oder Sepsis. Bestehende Beschichtungslösungen wirken meist nur kurzzeitig und bieten keinen Schutz vor Spätinfektionen.

Nichtinvasive Präzisionsdiagnostik des Primären Hyperaldosteronismus (B2-MAP)

Der Primäre Hyperaldosteronismus ist die häufigste heilbare Ursache des Bluthochdrucks. Die derzeitige Subtypdiagnostik erfordert meist eine invasive Nebennierenvenenkatheterisierung, die nur begrenzt verfügbar ist. Im Projekt wird ein neuartiger, hochspezifischer PET-Tracer entwickelt, der das pathophysiologisch relevante Enzym Aldosteronsynthase targetiert und eine nichtinvasive Lokalisierung der Aldosteronüberproduktion ermöglichen soll. Ergänzend entstehen eine standardisierte Lösung zur Tracerherstellung sowie eine softwaregestützte Plattform zur Bildauswertung.