Kurzbeschreibung:
Das Short-QT-Syndrom ist eine angeborene Ionenkanal-Erkrankung, die zum plötzlichen Herztod im jungen Alter führt. Verschiedene Gene wurden damit assoziiert. Als mögliche Ursache wurden vor Kurzem Mutationen im SLC4A3 Gen beschrieben, welches das Bicarbonat/Chloride-Austauscher reguliert. Ein internationales Forschungsteam mit einer führenden Beteiligung einer Forschungsgruppe der Abteilung für zelluläre und translationale Physiologie der Ruhr-Universität Bochum in Kooperation mit weiteren sechs Zentren ist diesem Verdacht nachgegangen. Die Forschenden konnten herausfinden, dass in Kardiomyozten der SLC4A3-Patienten der intrazelluläre pH-Wert erhöht ist, die Aktionspotenzialdauer verkürzt ist und die Stromdichte der Ionenkanäle (L-Typ-Calcium-Strom) und (Natrium-Calcium-Austauscher, NCX) verändert sind. Ferner konnte eine erhöhte Arrhythmogenität nachgewiesen werden.
Es wurden hierfür patientenspezifische pluripotente Stammzellen verwendet, welche in humane Kardiomyozyten erfolgreich differenziert wurden. Ferner wurden die betroffenen Mutationen im SLC4A3 Gen mit CRISPR/CAS 9 korrigiert. Verschiedene Anti-Arrhythmika wurden getestet und sowohl Quinidin als auch Sotalol verlängerten die Aktionspotentialdauer und reduzierten die Häufigkeit von Arrhythmie-Ereignisse in den mutierten Kardiomyozyten. Diese Erkenntnisse könnten helfen, Betroffene besser personalisiert zu behandeln.
Publikation:
Eur Heart J.2026, Jun 16; SLC4A3-related short QT syndrome assessed in human induced pluripotent stem cell-derived cardiomyocytes: mechanisms of ventricular arrhythmia and sudden cardiac death, Zenghui Meng, Boldizsar Kovacs, Chen Yan, Christina Hölscher, Saltanat Zhazykbayeva, Oliver Jarkas, ..., Nazha Hamdani, Xiaobo Zhou, Ardan M Saguner, Ibrahim Akin, Michael H Gollob, Ibrahim El-Battrawy
Zum Paper: https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/41780556/
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