Produktion eines Remyelinisierungs-spezifischen transdermalen Aminophyllin-Pflasters und klinische Phase-I-Studie zur Überprüfung der Pharmakokinetik, der lokalen Hauttoxizität und der Hauthaftung
Multiple Sklerose (MS), die häufigste degenerative Erkrankung des Zentralnervensystems bei jungen Erwachsenen, betrifft weltweit 2,9 Millionen Menschen und beeinträchtigt deren Lebensqualität erheblich. MS ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Schädigung der Myelin bildenden Zellen und zu demyelinisierenden Läsionen führt, wodurch die Funktion und die Integrität der Neuronen beeinträchtigt werden. Die verfügbaren immunmodulatorischen Therapien können zwar die Häufigkeit von Schüben verringern, fördern jedoch keine Regeneration.
Forscher der Johannes-Gutenberg-Universität Mainz haben ein transdermales Pflaster zur Verabreichung eines Aktivators des epigenetischen Faktors Histon-Deacetylase 2 entwickelt. In mehreren Mausmodellen der Demyelinisierung zeigte sich, dass dieser Aktivator die Myelinregeneration signifikant fördert. Diese Förderung soll die Optimierung und die GMP-konforme Herstellung des Pflasters sowie eine klinische Phase-I-Studie mit gesunden Probanden am Universitätsmedizin Mainz ermöglichen. Dies ist ein wichtiger Schritt zur Beschleunigung klinischer Studien zur Remyelinisierung bei MS und zur potenziellen Bereitstellung der Behandlung für Patientinnen und Patienten.