Mütterliche Autoantikörper-Signaturen bei Autismus-Spektrum-Störungen
Autismus-Spektrum-Störungen betreffen weltweit etwa 1 von 100 Kindern. Ihre Ausprägung und Entstehung sind vielfältig: Zwar sind zahlreiche genetische Risikofaktoren bekannt, eine eindeutige genetische Ursache lässt sich jedoch nur bei einem Teil der Betroffenen nachweisen. Zunehmend gibt es Hinweise, dass auch nicht-genetische Faktoren eine Rolle spielen – darunter mütterliche Autoantikörper. Diese können während der Schwangerschaft über die Plazenta zum ungeborenen Kind gelangen, an Strukturen des sich entwickelnden Gehirns binden und die Entwicklung des Nervensystems beeinflussen. Welche Autoantikörper relevant sind und wie häufig sie vorkommen, ist bislang unklar.
In diesem Projekt untersuchen die Forschenden Blutproben von Müttern von Kindern mit Autismus und von Vergleichspersonen auf solche Autoantikörper. Dabei sollen bekannte und bislang unbekannte Zielstrukturen identifiziert und ausgewählte Antikörper genauer charakterisiert werden. Ziel ist es, Häufigkeit, Zielstrukturen und molekulare Eigenschaften der Antikörper zu bestimmen. Langfristig könnten die Ergebnisse neue Biomarker, eine frühere Risikoeinschätzung und zukünftige präventive Ansätze ermöglichen.