Verbesserung der Mütter- und Kindergesundheit im Kasenengwa District, Sambia
Situation vor Ort:
In Sambia ist die Mütter- und Kindersterblichkeit alarmierend hoch. Im ländlichen Kasenengwa District fehlt es an Gesundheitsinfrastruktur, qualifiziertem Personal und medizinischer Ausstattung. Armut, weite Wege zu Einrichtungen, mangelndes Gesundheitswissen und weit verbreitete Mangelernährung verschärfen die Situation zusätzlich – mit gravierenden Folgen für Frauen und Kinder.
Ziele:
Ziel des Projekts ist es, die Mütter- und Kindersterblichkeit im Kasenengwa District zu senken, indem der Zugang zu und die Qualität von Gesundheitsdiensten für Schwangere, Mütter und Kleinkinder verbessert wird.
- Anteil qualifizierter Geburten steigt von 43 % auf 65 %
- Anteil der schwangeren Frauen mit Erstbesuch im ersten Trimester steigt von 52 % auf 70 %
- Anteil der behandelten Fälle von akuter Mangelernährung bei Kindern steigt von 0 % auf 30 %
- Schulungen für Gesundheitspersonal in Bereichen wie Geburtshilfe, Notfallversorgung, Kinderkrankheiten, Wachstumskontrolle, Ernährung, Behinderung und Stillförderung (BFHI), um die Qualität der Versorgung zu verbessern
- Trainings für Community Health Volunteers zu Aufklärung, Ernährung, Wachstumsüberwachung und früher Erkennung von Mangelernährung
- Stärkung und Schulung von Safe Motherhood Action Groups (SMAGs), um Frauen in den Gemeinden über Schwangerschaft, Geburt und Nachsorge aufzuklären
- Einbindung von Männern und traditionellen Führungspersönlichkeiten in Form von Sensibilisierungsworkshops, um geschlechterbasierte Barrieren beim Zugang zu Gesundheitsdiensten abzubauen
- Lieferung medizinischer Ausstattung und Verbrauchsmaterialien, u.a. Waagen, Maßbänder, Folic Acid, Ferrous Sulphate, Mebendazol, Fansidar und hochkalorische Nahrungsergänzungen
- Durchführung von mobilen Gesundheitsdiensten und Sensibilisierungskampagnen im Rahmen der „Child Health Weeks“ sowie regelmäßige Gemeindebesuche
- Bereitstellung von Fahrrädern für freiwillige Helfer und Helferinnen, um abgelegene Haushalte besser zu erreichen
- Training zur inklusiven Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderung, um Barrieren in den Einrichtungen abzubauen und Zugang zu sichern
- Monitoring und Verankerung im staatlichen Gesundheitssystem durch Zusammenarbeit mit Distrikt- und Provinzbehörden
Das Projekt stärkt das sambische Gesundheitssystem durch die Qualifizierung von lokalem Gesundheitspersonal und ehrenamtlichen Helfern und Helferinnen, die auch nach Projektende aktiv bleiben. Es nutzt und erweitert bestehende staatliche Strukturen wie SMAGs und Gesundheitsstationen. Die Ausstattung wird in den öffentlichen Besitz überführt, Schulungsinhalte sind staatlich anerkannt, Monitoringdaten werden in das nationale Gesundheitssystem eingespeist.
Das Projekt kombiniert kapazitätsstärkende Maßnahmen auf Gemeinde- und Gesundheitseinrichtungsebene mit Aufklärungsarbeit, die gezielt sozio-kulturelle Barrieren adressiert. Besonders innovativ ist die systematische Einbindung von Männern und traditionellen Autoritäten zur Förderung von Gleichstellung und Gesundheitsverhalten sowie ein Fokus auf inklusive Gesundheitsversorgung für Menschen mit Behinderung.
Weitere Informationen: https://das-hunger-projekt.de/project/sambia-fuer-bessere-mutter-kind-gesundheit/