Botswana-Projekt zur Eindämmung ungewollter Schwangerschaften und der Müttersterblichkeit durch den Ausbau von Kapazitäten.
Situation vor Ort:
Botswanas Müttersterblichkeitsrate liegt bei 175,5 pro 100.000 Lebendgeburten und damit deutlich über dem SDG-Ziel von weniger als 70. Mehr als die Hälfte der Schwangerschaften ist ungeplant, wobei Jugendliche über 40 % ausmachen. Ländliche und wirtschaftlich benachteiligte Bevölkerungsgruppen sind überproportional betroffen. Angesichts der restriktiven Abtreibungsgesetze in Botswana erhöht der eingeschränkte Zugang zu wirksamer Verhütung das Risiko ungeplanter Schwangerschaften, unsicherer Schwangerschaftsabbrüche und vermeidbarer Müttersterblichkeit.
Ziele:
Ziel des humanitären Projekts ist es, ungeplante Schwangerschaften und vermeidbare Müttersterblichkeit in Botswana zu reduzieren. Dazu werden Gesundheitsfachkräfte in Schwangerschaftsvorsorge, Geburtshilfe, Nachsorge nach Schwangerschaftsabbrüchen sowie sexueller und reproduktiver Gesundheit und Familienplanung geschult. Zudem sollen langwirksame reversible Verhütungsmethoden (LARC) nach der Schwangerschaft in die reguläre Versorgung integriert und durch umfassende Beratung, jugendgerechte Angebote sowie Unterstützung bei psychischer Gesundheit und geschlechtsspezifischer Gewalt ergänzt werden
Das Projekt zielt darauf ab, ungeplante Schwangerschaften und vermeidbare Müttersterblichkeit in Botswana durch bessere Gesundheitsversorgung, Verhütung und SRH-Angebote sowie die Integration von LARC, psychischer Gesundheitsversorgung und GBV-Unterstützung zu reduzieren. Nachhaltige Strukturen sollen die landesweite Ausweitung des BACkUP_Plus-Modells ermöglichen.
Das Projekt stärkt die Versorgung in vier Krankenhäusern, schult 90 % der Gesundheitsfachkräfte und etabliert 12 Trainerinnen und Trainer sowie 4 SRHR-Multiplikatorinnen und -Multiplikatoren. 24.000 Frauen erhalten Verhütungsberatung, 5.000 Jugendliche werden erreicht und 1.000 Frauen erhalten psychologische und GBV-Unterstützung. Insgesamt profitieren rund 487.000 Menschen.
Ziel ist es, Schulungen für Gesundheitsfachkräfte, integrierte Gesundheitsdienste und Monitoring dauerhaft in den Strukturen des botswanischen Gesundheitsministeriums zu verankern. Durch ToTs, Multiplikatorinnen und Multiplikatoren sowie eine nationale Materialversorgung sollen die Voraussetzungen für eine nachhaltige Ausweitung des BACkUP-Modells in ganz Botswana geschaffen werden.
Das Projekt ist einzigartig, da es Verhütung nach der Schwangerschaft mit SRH-, psychologischer und GBV-Unterstützung verbindet. Der ganzheitliche Ansatz berücksichtigt besonders die Bedürfnisse von Jugendlichen, Gewaltüberlebenden und Frauen nach Schwangerschaftsverlust.