Mutter-Kind-Gesundheit
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Äthiopien
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Stabilisierung der Mutter- und Kind-Gesundheitsversorgung in Afar

Organisation: Ärzte der Welt e.V.
Partnerorganisation vor Ort: Ärzte der Welt e.V.
Stabilisierung der Mutter- und Kind-Gesundheitsversorgung in Afar

Situation vor Ort:

Die Region Afar in Äthiopien ist eine der am schlechtesten versorgten Regionen des Landes. Sie leidet unter schwachen Gesundheitsstrukturen, hoher Unterernährung, häufigen Krankheitsausbrüchen und einer extrem hohen Neugeborenensterblichkeit (125 pro 1.000 Lebendgeburten). Konflikte in der Nachbarregion Tigray haben zusätzlich zu einer hohen Anzahl von Binnenvertriebenen geführt. In abgelegenen und infrastrukturell schlecht angebundenen Gebieten können die staatlichen Gesundheitssysteme derzeit keine umfassende Versorgung anbieten. 


Ziele:

Das Projekt zielt darauf ab, die Gesundheitsversorgung insbesondere von Kindern und Frauen mit einem Schwerpunkt auf Mutter- und Kindgesundheit, sexuelle und reproduktive Gesundheit, Prävention von Epidemien und Ernährung in abgelegenen Gegenden in der Region Afar zu verbessern.

Indikatoren:
  • Anzahl der durchgeführten Schwangerschaftsvorsorgeuntersuchungen
  • Anzahl der Geburten mit qualifizierter Betreuung
  • Anzahl der behandelten Fälle akuter Unterernährung
  • Impfquote bei Kindern unter 5 Jahren
Maßnahmen:
  1. Verbesserung der Dienstleistungen in den Bereichen sexuelle und reproduktive Gesundheit sowie gender-based violence: Bereitstellung von Medikamenten und Ausrüstung, Schwangerschaftsvorsorge, Geburtshilfe, Familienplanung, Behandlung von GBV-Überlebenden, Stärkung des Überweisungssystems
  2. Stärkung des Screenings und der Behandlung akuter Unterernährung: Früherkennung bei Kindern und Frauen, Management schwerer Fälle
  3. Verbesserung der Prävention und Kontrolle von Epidemien: Ausbau von Impfleistungen, Infektionsprävention, regelmäßige Überwachungsberichte
Nachhaltigkeit:

Das Projekt setzt auf die Zusammenarbeit mit regionalen Gesundheitsbehörden und unterstützt ausschließlich bestehende staatliche Gesundheitszentren. Dadurch werden parallele Strukturen vermieden und die Kapazitäten der lokalen Systeme gestärkt. Die Schulung von Personal und die Integration von Maßnahmen in bestehende Abläufe sichern langfristige Wirkung.

Besonderheiten:

Die hohe Vulnerabilität der Zielgruppe, die aus Binnenvertriebenen und Gemeinden in entlegenen Gebieten besteht, setzt einen sensiblen und anpassungsfähigen Ansatz voraus. Nicht immer können Mütter und ihre Kinder über einen längeren Zeitraum betreut werden und so müssen die Teams Vertrauen bei neuen Patientinnen und Patienten aufbauen. Auch klimatische Herausforderungen wie Dürren haben ihre Auswirkungen insbesondere auf Unterernährung bei Kindern und schwangeren oder stillenden Frauen.