Verringerung der Müttersterblichkeit in Süd-Madagaskar durch Stärkung des öffentlichen Gesundheitssystems
Situation vor Ort:
Schwangerschaft und Geburt sind im Süden Madagaskars mit großen Risiken verbunden. Viele Frauen leben weit entfernt von der nächsten Gesundheitseinrichtung, Transportmöglichkeiten fehlen und Behandlungskosten übersteigen oft die finanziellen Möglichkeiten der Familien. Viele Einrichtungen leiden unter Personalmangel, fehlender Ausstattung und Medikamentenengpässen. Deshalb finden Geburten häufig ohne medizinische Unterstützung zu Hause statt. Komplikationen, die mit rechtzeitiger Hilfe behandelbar wären, können so lebensbedrohlich werden.
Ziele:
Ziel des Projekts ist es, die Müttersterblichkeit in Süd-Madagaskar zu senken und Schwangerschaft und Geburt für Frauen und Neugeborene sicherer zu machen. Dafür stärken die Projektmitarbeitenden die Qualität der Versorgung in 34 Gesundheitszentren und drei Krankenhäusern, schulen Gesundheitsfachkräfte und Gemeindegesundheitshelferinnen und -helfer, verbessern Vorsorge und Notfallversorgung und bauen finanzielle Hürden ab. Rund 20.000 schwangere Frauen und ihre Neugeborenen profitieren von besserer und sichererer Versorgung.
- Zahl der Entbindungen, die von qualifiziertem Gesundheitspersonal durchgeführt werden
- Anteil der Schwangeren, welche mit „Catastrophic Health Expenditure“ (Gesundheitskosten, die 25% des Haushaltsjahreseinkommens übersteigen) konfrontiert sind
- Geburtskomplikationen, welche durch Vorsorgeuntersuchungen vermieden werden
Die Projektmitarbeitenden stärken die lokale Gesundheitsversorgung rund um Schwangerschaft und Geburt. Dazu gehören Fortbildungen für Gesundheitsfachkräfte und Gemeindegesundheitshelfer, Aufklärung in den Gemeinden, mobile Vorsorge- und Ultraschalluntersuchungen, ein Überweisungs- und Follow-up-System, geländegängige Krankenwagen für Notfälle sowie Unterstützung bei Medikamentenversorgung und Behandlungskosten.
Dieser Ansatz stärkt bestehende lokale Strukturen, statt parallele Systeme aufzubauen. Das Projektteam investiert in die Kompetenzen von Gesundheitsfachkräften und arbeitet mit lokalen Trainerinnen und Trainern zusammen. So bleibt Wissen vor Ort, die Versorgungsqualität verbessert sich nachhaltig und lokale Teams können Veränderungen eigenständig weitertragen.
Besonders ist der Ansatz einer durchgehenden Versorgungskette: Frauen werden von der Aufklärung in den Gemeinden über Vorsorge und mobile Ultraschalluntersuchungen bis zur sicheren Geburt begleitet. Wenn Komplikationen auftreten, stehen Notfalltransporte bereit. Mit mobilen Kliniken erreicht das Projekt auch entlegene Regionen und bringt die Versorgung näher zu Familien.
Weitere Informationen: https://www.aerzte-fuer-madagaskar.de/