Next-Generation Protein Control: Pirh2-PROTAC Nanobodies zur gezielten Degradation von Survivin als innovative Therapieoption für Kopf-Hals-Tumore
Das kleine Überlebensprotein Survivin ist in Tumoren des Kopf-Hals-Bereichs verstärkt exprimiert und fördert das Überleben der malignen Zellen. Dies trägt zu einer erhöhten Resistenz gegen Chemo- und Strahlentherapie und verschlechtert die Prognose für betroffene Patientinnen und Patienten. Aufgrund seiner zentralen Rolle in der Tumorprogression gilt Survivin als vielversprechendes therapeutisches Ziel, ist jedoch durch kleine chemische Moleküle, insbesondere im klinischen Kontext, nur schwer angreifbar. Da Survivin seine zellulären Funktionen hauptsächlich über Protein-Protein-Interaktionen vermittelt, müssen wirksame Hemmstoffe in der Lage sein, relevante Oberflächenbereiche effizient zu blockieren. Eine aussichtsreiche Strategie stellt der Einsatz von Antikörpern dar - insbesondere von hochaffinen, einzelkettigen Nanobodies, die aufgrund ihrer geringen Größe und hohen Spezifität innovative biomedizinische Möglichkeiten eröffnen. In der aktuellen Forschung haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Alpakas gegen Survivin gerichtete Nanobodies (SuN) entwickelt, die gezielt kritische Protein-Interaktionen stören und somit die Funktion von Survivin beeinträchtigen. Diese Nanobodies sollen nun mit tumorspezifischen PROTAC (Proteolysis-Targeting Chimera) gekoppelt werden, das gezielt die zelluläre E3-Ubiquitin-Ligase Pirh2 rekrutiert – ein Enzym, das in Kopf-Hals-Tumoren ebenfalls verstärkt exprimiert wird. Durch den Einsatz von SuN-PROTACs kann Survivin in Pirh2-positiven Kopf-Hals-Tumorzellen spezifisch über das zelluläre Proteasom abgebaut werden. Dies könnte die Resistenzmechanismen der Tumorzellen durchbrechen und ihre Empfindlichkeit gegenüber etablierten Krebstherapien wiederherstellen.
Weitere Informationen: https://www.uni-due.de/zmb/functional-biochemistry/