Nachgefragt: $ Was macht eigentlich Prof. Dr. Dr. Felix Sahm?

Prof. Dr. Dr. Felix Sahm ist Ärztlicher Direktor der Neuropathologie des Universitätsklinikums Heidelberg (UKHD) sowie Wissenschaftler am Deutschen Krebsforschungszentrum. Felix Sahm ist auf Meningiome, also Tumoren der Hirnhaut, spezialisiert. Für die Entwicklung neuer Klassifizierungssysteme dieser Tumoren mithilfe molekularer Analysemethoden und maschinellen Lernens wurde er mit dem Deutschen Krebspreis 2026 ausgezeichnet. Die EKFS begleitete seinen wissenschaftlichen Werdegang mit Förderungen unter anderem im Rahmen eines Schlüsselprojekts und des Else Kröner Exzellenzstipendiums.

Vergabe von neun Else Kröner Memorialstipendien

In diesem Jahr erhalten neun Nachwuchsforschende ein zweijähriges Else Kröner Memorialstipendium. Die Förderung ist mit insgesamt jeweils 250.000 Euro dotiert. Sie ermöglicht es den Stipendiatinnen und Stipendiaten, sich von klinischen Aufgaben freistellen zu lassen und ein vielversprechendes medizinisches Forschungsvorhaben gezielt voranzutreiben. Zugleich schafft sie wichtige Voraussetzungen für eine Karriere als Clinician Scientist.

PROMISE - Multi-Omics-basierte Früherkennung und Risikostratifizierung von Prostatakrebs

Prostatakrebs ist eine der häufigsten Krebserkrankungen bei Männern. Die Früherkennung mit dem PSA-Test kann Leben retten, führt jedoch auch zu unnötigen Biopsien und Überdiagnosen, da PSA nicht zuverlässig zwischen gutartigen Veränderungen, wenig aggressiven Tumoren und behandlungsbedürftigem Prostatakrebs unterscheiden kann. 

Mixed-Reality-assistierte Herstellung von Physician-modified Stentgrafts

Ziel des Projekts ist die Entwicklung und Validierung eines Mixed-Reality(MxR)-gestützten Workflows zur Herstellung ärztlich modifizierter Stentgrafts (Physician-Modified Endografts, PMEG). PMEG ermöglichen eine patientenindividuelle fenestrierte endovaskuläre Versorgung komplexer Aortenpathologien unter Verwendung unmittelbar verfügbarer Standard-Stentgrafts. Sie sind insbesondere dann von Bedeutung, wenn individuell angefertigte Stentgrafts aufgrund der erforderlichen Produktionszeit nicht rechtzeitig zur Verfügung stehen.

Wissenschaftsstandort Deutschland stärken: Erster Wechsel von Harvard nach Bonn im Rahmen der Else Kröner Excellence Grants

Bad Homburg v. d. Höhe, 31. August 2026 – Prof. Dr. Daniel Paech ist der erste Geförderte der Else Kröner Excellence Grants 2025, der seine Tätigkeit in Deutschland aufgenommen hat. Für die Ausschreibungsrunde 2025 stellte die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) insgesamt zehn Millionen Euro bereit. Aus diesem Gesamtvolumen wird der Aufbau des Forschungsbereichs von Prof. Paech anteilig gefördert. Der zuvor an der Harvard Medical School tätige Clinician Scientist forscht und lehrt seit Juli 2026 an der Universität und am Universitätsklinikum Bonn (UKB).

Zelluläre und transkriptomische Veränderungen als Grundlage unterschiedlicher klinischer Phänotypen bei Amyotropher Lateralsklerose (ALS)

Die Amyotrophe Lateralsklerose (ALS) ist eine bislang unheilbare Erkrankung, bei der Nervenzellen, die unsere Muskeln steuern, zunehmend zugrunde gehen. Der Krankheitsverlauf unterscheidet sich jedoch stark: Bei manchen Betroffenen sind vor allem Nervenzellen im Gehirn geschädigt, bei anderen stärker diejenigen im Hirnstamm und Rückenmark. Warum diese Unterschiede entstehen, ist bislang nicht ausreichend verstanden.

KI-gestützte Scherwellen-Elastographie zur Verbesserung der Brustkrebsdiagnostik: Eine prospektive Phase-II-Validierungsstudie

Bei auffälligen Befunden in der Brust ist Ultraschall ein wichtiges diagnostisches Verfahren. Gutartige und bösartige Veränderungen können jedoch ähnlich aussehen. Deshalb werden viele Gewebeproben entnommen, die sich später als gutartig herausstellen – ein invasiver Eingriff, der für betroffene Frauen mit Sorgen und Belastungen verbunden ist.

Von der molekularen Signatur zur personalisierten Therapie bei kutanem Lupus erythematodes

Der kutane Lupus erythematodes (CLE) ist eine chronisch entzündliche Erkrankung der Haut, die durch eine ausgeprägte klinische und molekulare Heterogenität gekennzeichnet ist. Eine zentrale Rolle in der Pathogenese spielt die Aktivierung des Typ-I-Interferon-(IFN)-Signalwegs, dessen Ausprägung jedoch zwischen Patientinnen und Patienten sowie verschiedenen Zelltypen und Gewebekompartimenten variiert. Etablierte Therapien wie Hydroxychloroquin oder andere Immunsuppressiva sind nicht bei allen Betroffenen gleichermaßen wirksam.

Produktion eines Remyelinisierungs-spezifischen transdermalen Aminophyllin-Pflasters und klinische Phase-I-Studie zur Überprüfung der Pharmakokinetik, der lokalen Hauttoxizität und der Hauthaftung

Multiple Sklerose (MS), die häufigste degenerative Erkrankung des Zentralnervensystems bei jungen Erwachsenen, betrifft weltweit 2,9 Millionen Menschen und beeinträchtigt deren Lebensqualität erheblich. MS ist eine Autoimmunerkrankung, die zu einer Schädigung der Myelin bildenden Zellen und zu demyelinisierenden Läsionen führt, wodurch die Funktion und die Integrität der Neuronen beeinträchtigt werden. Die verfügbaren immunmodulatorischen Therapien können zwar die Häufigkeit von Schüben verringern, fördern jedoch keine Regeneration.

Untersuchung der chronischen Nierenerkrankung und Fibrose als Treiber der Herzinsuffizienz mit erhaltener Ejektionsfraktion

Viele Menschen mit chronischer Nierenerkrankung entwickeln mit der Zeit eine besondere Form von Herzschwäche: Das Herz zieht sich normal zusammen, wird aber steif und füllt sich nicht mehr richtig mit Blut (Fachleute sprechen von Herzinsuffizienz mit erhaltener Pumpfunktion, HFpEF). Betroffene sterben häufig früh, und wirksame Medikamente gibt es bisher kaum.