Konsolidierung eines Mutter-Kind-Zentrums in Gabun, Zentralafrika, zur Verbesserung der Gesundheit von Müttern und Kindern (CENSAMATIL)
Situation vor Ort:
Gabun steht vor erheblichen Herausforderungen im Bereich der Mutter- und Kindergesundheit. Diese zeigen sich insbesondere durch eine hohe Mütter- und Kindersterblichkeit sowie einer erhöhten Rate an Frühgeburten. Erreger von Malaria, vernachlässigten Tropenkrankheiten (NTDs) wie Wurminfektionen und Schistosomiasis sowie verschiedene Bakterien und Viren tragen wesentlich zur hohen Krankheitslast im Land bei.
Ziele:
Ziel des Projekts ist die nachhaltige Verbesserung der Gesundheitsversorgung von Müttern und Kindern. Hierzu werden gezielt die lokalen Angebote der pränatalen Versorgung (ANC) sowie die stationäre Betreuung von Säuglingen und Kleinkindern gestärkt. Das Vorhaben baut auf den bisherigen Aktivitäten von CENSAMATIL auf, die in den vergangenen drei Jahren entwickelt wurden, und führt diese weiter.
Die eingesetzten Fördermittel konzentrieren sich auf den Ausbau sonographischer Kompetenzen in der Schwangerenvorsorge, die Optimierung der Neugeborenenversorgung sowie die kontinuierliche Betreuung von Müttern und Kindern über mehrere Schwangerschaften hinweg. Auch die allgemeine Frauengesundheit rückt in den Fokus.
Das Projekt stärkt lokale Strukturen und etabliert CENSAMATIL als eigenständige Einheit, die eng mit bestehenden Einrichtungen zusammenarbeitet, um Doppelstrukturen zu vermeiden. In der Anfangsphase liegt der Schwerpunkt auf dem nachhaltigen Kapazitätsaufbau, um langfristig einen Übergang in ein selbsttragendes, nachhaltiges Wirken zu ermöglichen.
- Verbesserung der Inanspruchnahme pränataler Vorsorgeuntersuchungen (ANC)
Indikatoren: Anteil der schwangeren Frauen, die mindestens vier Vorsorgeuntersuchungen (ANC4+) wahrnehmen und Anteil der Frauen, die frühzeitig (z. B. vor der 16. Schwangerschaftswoche) die erste Vorsorgeuntersuchung wahrnehmen.
Begründung: Dieser Indikator spiegelt einen verbesserten Zugang zu geburtshilflichen Gesundheitsdiensten wider und steht in Zusammenhang mit besseren Gesundheitsoutcomes für Mutter und Kind.
2. Prävalenz mütterlicher und neonataler Infektionen
Indikatoren: Prävalenz parasitärer Infektionen (z.B. Malaria, Schistosomiasis) bei schwangeren Frauen zu Beginn der Schwangerschaft (erste ANC-Untersuchung) und deren Entwicklung im Verlauf der Schwangerschaft bis zur Entbindung. Prävalenz neonataler parasitärer Infektionen (z.B. Malaria).
Begründung: Die Messung der Prävalenz parasitärer Infektionen im Schwangerschaftsverlauf ermöglicht eine direkte Bewertung des Erfolgs von Screening- und Behandlungsprogrammen im ANC. Eine Abnahme der Infektionsrate im Verlauf zeigt die Wirksamkeit der Interventionen und trägt zur Verbesserung der Gesundheit von Mutter und Kind bei.
3. Steigerung der Impfquoten bei Müttern und Kindern
Indikator: Anteil der schwangeren Frauen und Kinder, die im Rahmen der Vorsorgeuntersuchungen (ANC) beziehungsweise im Rahmen des erweiterten Impfprogramms (EPI) alle empfohlenen Impfungen (z. B. Tetanus-Toxoid, Influenza) erhalten.
Begründung: Impfungen während der Schwangerschaft und im frühen Kindesalter sind zentrale präventive Maßnahmen zur Vermeidung von Infektionserkrankungen. Eine erhöhte Impfquote spiegelt nicht nur eine verbesserte Erreichbarkeit und Qualität der Gesundheitsdienste wider, sondern auch ein gestärktes Vertrauen in das Gesundheitssystem. Zudem zeigt sie, dass präventive Angebote wie Impfungen erfolgreich in die Routineversorgung (ANC/EPI) integriert wurden.
- Förderung der Inanspruchnahme von mindestens vier qualitätsgesicherten Vorsorgeuntersuchungen (ANC4+) durch schwangere Frauen sowie ein frühzeitiger Beginn der Betreuung, idealerweise vor der 16. Schwangerschaftswoche.
- Überwachung, Erfassung und Reduktion parasitärer Infektionen (z. B. Schistosomiasis, Malaria) bei schwangeren Frauen und Neugeborenen, Erfassen von damit verbundenen Beschwerden und von Schwangerschaftsausgängen.
- Stärkung der Nutzung von Impfleistungen durch schwangere Frauen und Kinder im Rahmen von ANC- und EPI-Terminen zur Erhöhung der Impfquoten
In den ersten drei Jahren von CENSAMATIL zeigten sowohl das Projektteam als auch das lokale Personal eine hohe und kontinuierliche Einsatzbereitschaft sowie großes Engagement. Ziel ist es, CENSAMATIL langfristig als anerkanntes Gesundheitszentrum zu etablieren, das als Vorbild dient und ähnliche Initiativen auf nationaler und internationaler Ebene anregen soll.
Die wissenschaftliche Expertise und die Infrastruktur werden künftig durch interne Mittel getragen. Zusätzliche Ko-Finanzierungen für weiterführende klinische-wissenschaftliche Projekte sollen, je nach Bedarf, bei internationalen Förderorganisationen eingeworben werden. Nach Ablauf der EKFS-Förderung werden die Antragstellenden das lokale Team weiterhin beratend begleiten und bei der Einwerbung neuer Finanzierungsquellen unterstützen.
Die enge Zusammenarbeit zwischen lokalen Mitarbeitenden und den Partnern wird durch regelmäßige Kommunikation, wechselseitige Besuche und gemeinsame Workshops fortgeführt. Die Kooperation basiert auf einer partnerschaftlichen Zusammenarbeit auf Augenhöhe sowie auf der frühzeitigen Einbindung lokaler Fachkräfte, beides zentrale Elemente zur Förderung langfristiger personeller Bindung und zum Erhalt der aufgebauten Expertise. CENSAMATIL soll sich als eigenständige Einheit innerhalb von CERMEL positionieren und künftig interdisziplinäre Initiativen im Bereich der Mutter-Kind-Gesundheit leiten.
Die zentrale Stärke des Projekts liegt in der Verknüpfung von klinischer Versorgung und Forschung durch einen interdisziplinären Ansatz zur Verbesserung der Mutter-Kind-Gesundheit in parasiten-endemischen Regionen. Es vereint lokale und internationale Teams und bringt klinische, wissenschaftliche und public-health-orientierte Expertise zusammen. Digitale Werkzeuge unterstützen die Nachverfolgung der werdenden Mütter und eine konstante Datenerhebung und ermöglichen eine verlässliche Dokumentation von Vorsorgeuntersuchungen, Infektionsstatus und Impfstatus. Dies verbessert die Qualität und Kontinuität der Versorgung – insbesondere in abgelegenen Regionen – und unterstützt eine zeitnahe, evidenzbasierte Entscheidungsfindung. Durch die Kombination von Test-and-Treat-Strategien mit digitalen Innovationen bietet das Projekt ein skalierbares Modell zur Stärkung von Gesundheitssystemen in vergleichbaren Kontexten.
Weitere Informationen: https://cermel.org/CENSAMATIL.php