Plasmaaktivierte Flüssigkeiten zur intraoperativen Adhäsionsprophylaxe (EndoPAL)

Förderbeginn
Institution: Department für Frauengesundheit, Medizinische Fakultät Tübingen
Hauptantragsteller: Jun.-Prof. Dr. med. Martin Weiss
EKFS-Förderlinie: Translatorik
Image

Postoperative Adhäsionen sind pathologisch auftretende Bindegewebsbrücken zwischen dem Bauchfell (Peritoneum) der Bauchorgane und der Bauchdecke, die nach 67-93% aller Operationen auftreten. Abdominale Adhäsionen sind verantwortlich für schwere und chronische Schmerzsyndrome, 15-20% aller Fälle sekundärer Unfruchtbarkeit und für 50-70% aller mechanischen Ileus-Erkrankungen. Allein für das US-Gesundheitssystem werden die jährlichen Kosten, die durch postoperative Adhäsionen verursacht werden, auf 1,18 bis 1,33 Milliarden US-Dollar geschätzt. Es besteht ein erheblicher Bedarf an effektiven Technologien zur Vermeidung postoperativer Adhäsionen, die routinemäßig in den chirurgischen Eingriff integriert werden können.
Plasmaaktivierte Flüssigkeiten (PAL) können die Proliferation und Proteinbiosynthese von Bindegewebszellen beeinflussen. Es konnte gezeigt werden, dass die Applikation von PAL eine übermäßige Bildung proadhäsiver Moleküle verhindert.
Im Verlauf des EndoPAL-Projekts soll die PAL-Anwendung in einer „in vivo-ähnlichen Umgebung validiert und weiterentwickelt werden. Hierfür wird ein mikrofluidisches Peritoneum-on-Chip-Modell etabliert. Die Ergebnisse sollen durch eine in-vivo Proof-of-Principle Studie im Tiermodell bestätigt werden. Das Forschungsprojekt wird die Translation der innovativen EndoPAL-Technologie hin zur klinischen Anwendung erleichtern und beschleunigen.

Weitere Informationen finden Sie hier.

 

Image