Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit 2022

Der Preis würdigt herausragende Projekte und projektverantwortliche Personen von Organisationen, die zur Verbesserung der medizinischen Versorgung in Entwicklungsländern beitragen. Er ist mit 100.000 Euro dotiert und honoriert dieses Jahr Projekte zum Thema „nachhaltige chirurgische Versorgung“. 

Weltweit müssen geschätzte 30 Prozent aller Erkrankungen operativ behandelt werden. Etwa fünf Milliarden Menschen, vor allem in ressourcenarmen Ländern, haben keinen Zugang zu chirurgischer Basisversorgung.

Therapie von HIV/AIDS und nicht-übertragbaren Krankheiten in Malawi

Situation vor Ort:

Etwa 8,9 Prozent der Erwachsenen in Malawi sind HIV-positiv, insbesondere Frauen und junge Menschen. Blantyre und die ländliche Umgebung gehören mit einer HIV-Prävalenz von 13,2 Prozent zu den Gebieten mit der höchsten Verbreitung von HIV in Malawi. 21 Prozent der Menschen mit HIV erhalten keine lebensrettende AIDS-Therapie (ART). ART und andere Hilfen führten zu weniger HIV-Neuinfektionen und Sterblichkeit.
 

Therapien und Ultraschall für die Jüngsten

Bad Homburg v.d. Höhe, 15. Februar 2022 – Pro Jahr sterben mehr als fünf Millionen Kinder vor ihrem fünften Geburtstag und noch einmal rund eine Million bis zum Alter von 14 Jahren – meist an eigentlich vermeidbaren oder heilbaren Krankheiten. Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) hat eine Sonderausschreibung zur Verbesserung der Kindergesundheit in Entwicklungsländern ins Leben gerufen und wird zwei Projekte für mindestens fünf Jahre mit insgesamt drei Millionen Euro fördern.

Verbesserung von Mutter- und Kind-Gesundheitsversorgung und Familienplanung in Nepal

Situation vor Ort:

In Nepal haben Frauen, Mütter, Neugeborene und Kindern auf dem Land nur erschwerten Zugang zur Gesundheitsvorsorge. Die Gesundheitseinrichtungen sind unzureichend ausgestattet und dem medizinischen Personal fehlen häufig grundlegende Kenntnisse und Fähigkeiten. Das Projekt verbessert zusammen mit den lokalen Gesundheitseinrichtungen und Verwaltungen die Gesundheitsdienste, stattet sie aus und trainiert das Personal.
 

Unterstützung des Irene Salimi Kinderhospitals in Kabul, Afghanistan.

Situation vor Ort:

Laut UN-Angaben ist die Landbevölkerung durch Dürre und Missernte von einer großen Hungerkatastrophe bedroht. Auch in der Hauptstadt Kabul haben viele durch den Abzug des Westens ihre Arbeitsplätze verloren. Selbst die Beamten haben seit Monaten kaum mehr ein Gehalt erhalten. Die wirtschaftliche Lage ist prekär und kaum eine Familie kann überleben ohne die Hilfe von Außerhalb, sei es Verwandtschaft oder internationale Hilfsmittel. Der Regierungswechsel und der langsame Umbau der Gesellschaft belastet die Situation zusätzlich.
 

Afghanistan: Millionen Menschen werden an Unterernährung leiden

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) unterstützt derzeit zwei Förderprojekte in Afghanistan. Das Projekt von World Vision ist im westlichen afghanischen Hinterland angesiedelt. Ziel ist es, die Anzahl an qualifizierten Hebammen im Land zu erhöhen. Mit einer zweijährigen Ausbildung und zusätzlichen Weiterbildungsmöglichkeiten sollen weibliche Fachkräfte im Gesundheitssektor gestärkt werden.