Hirnstammneuronen steuern autoinflammatorische T-Zell-Reaktionen

Multiple Sklerose (MS) ist eine häufige neuroinflammatorische Erkrankung, die durch eine dysregulierte Immunreaktion ausgelöst wird, welche sich gegen Selbstantigene des Zentralnervensystems richtet und zur Bildung von entzündlichen Läsionen führt. Um einen Angriff durch autoaggressive T-Zellen zu verhindern und die Entzündung aufzulösen, sind die körpereigenen Mechanismen der Toleranzinduktion von großer Bedeutung.

Hitzeschockprotein 27-Inhibition als neue Glaukomtherapie

Bei der Glaukomerkrankung gehen Sinneszellen im Sehnerv und der Netzhaut unter. Die Krankheit führt, wenn sie nicht rechtzeitig behandelt wird, zu einem dauerhaften Sehverlust und schlimmstenfalls zur Erblindung. Die genauen Ursachen dieser komplexen Krankheit sind noch nicht vollständig verstanden. Neben erhöhtem Augeninnendruck, dem Hauptrisikofaktor, spielt auch eine veränderte Immunreaktion eine wichtige Rolle. Bei Glaukompatienten wurden Antikörper gegen kleine Hitzeschockproteine (HSP) nachgewiesen. Ziel ist es nun, aus diesen Erkenntnissen eine neue Therapieoption zu entwickeln.

Immuncheckpoint-Inhibitor-induzierte immunvermittelte Nebenwirkungen des peripheren Nervensystems – von Mechanismen zu Prädiktion und gezielter Therapie

Immuntherapien haben die Krebsbehandlung revolutioniert. Einer von 15 Behandelten entwickelt jedoch schwere neurologische Nebenwirkungen, für die bisher keine gezielten Behandlungs- oder Präventionsmöglichkeiten existieren. In Rahmen des Forschungsprojektes entwickeln die Forschenden das erste Tiermodell für solche neurologischen immunvermittelten Nebenwirkungen und untersuchen krankheitsverursachende Immunzellen von Betroffenen, um die Krankheitsmechanismen aufzudecken und gezielte Therapieoptionen zu testen.

Identifizierung von Aktivatoren der Phosphodiesterase 3A zum Schutz vor hypertensiven Endorganschäden

Phosphodiesterase (PDE) 3A-Mutationen verursachen Bluthochdruck mit Brachydaktylie (HTNB). Während die Brachydaktylie (kurze Finger) harmlos ist, führt ein Bluthochdruck wie bei HTNB-Patienten typischerweise zu Endorganschäden wie Herzmuskelhypertrophie, Herzversagen oder chronischer Nierenerkrankungen. HTNB-Patienten weisen jedoch kaum solche Schäden auf.

Glomerulus spezifische Therapie mit funktionalisierten und mit Medikamenten beladenen Nanopartikeln für Präzisionsmedizin bei glomerulären Erkrankungen

Immunsuppressiva sind die Standardtherapie für viele Nierenerkrankungen. Ein großer Nachteil sind jedoch systemische Nebenwirkungen. In diesem Projekt werden Lipid-Nanopartikel, die an renale Integrine binden, und die mit neuartigen therapeutischen Substanzen beladen sind, hinsichtlich einer möglichst nierenspezifischen Therapie untersucht. Die Forschenden werden drei verschiedene Zebrafischmodelle für Nierenschädigung nutzen und die Aufnahme von Nanopartikeln charakterisieren.

Biomarker-informierte Hemmung des SUMO-Signalwegs zur Optimierung von Lymphomtherapien

Krebsimmuntherapien, die das körpereigene Immunsystem zur Tumorbekämpfung mobilisieren, gelten als Hoffnungsträger der Medizin. Die Wirksamkeit kann allerdings durch eine immunsuppressive Tumormikroumgebung begrenzt sein, die durch fehlende Immunzellinfiltration charakterisiert ist und häufig durch genetische Mutationen verursacht wird. Dieses Projekt soll zeigen, wie Mutationen die immunologische Mikroumgebung in Lymphomen verändern. Basierend darauf werden Strategien erforscht, um die Immunzellinfiltration dieser Tumore zu verbessern.

In-vivo Dysregulation des zerebralen nicht-OXPHOS Metabolismus als mitochondrialer Endophänotyp der Parkinsonerkrankung

Die Parkinson-Krankheit ist eine weit verbreitete Erkrankung, die sich durch Bewegungseinschränkungen bemerkbar macht und das tägliche Leben Betroffener erheblich beeinträchtigt. In ihrer Forschung stellen die Wissenschaftler sich die Frage, wie das Gehirn bei der Parkinson-Krankheit den wichtigsten Energielieferanten Glukose verarbeitet. Durch den Einsatz von modernen Bildgebungstechniken und speziell markierter Glukose können sie genau verfolgen, wie diese im Gehirn genutzt wird.

HEVfyve: Funktionelle Analyse der PIKfyve-Kinase-Aktivität während der Infektion mit dem Hepatitis-E-Virus - ein Gatekeeper für den viralen Eintritt?

Das Hepatitis-E-Virus (HEV) ist die häufigste Ursache für akute, virusbedingte Leberentzündungen (Virushepatitis). In Europa sind keine Impfstoffe gegen HEV zugelassen. Die derzeitigen Behandlungen sind unspezifisch, haben starke Nebenwirkungen und können Resistenzen hervorrufen. Um eine Infektion zu verursachen, muss HEV sein Erbgut in eine Wirtszelle einschleusen. Dieser Schritt ist entscheidend für die Vermehrung des Virus und könnte ein guter Angriffspunkt für neue Medikamente sein. Allerdings ist bisher wenig darüber bekannt, wie HEV in die Zellen eindringt.

Optimierung nicht-invasiver Risikostratifizierung und Entschlüsselung von Veränderungen der Blut-Hirn-Schranke im Kontext von Lymphomen des zentralen Nervensystems mit Hilfe von zirkulierender Tumor DNA

Lymphome des zentralen Nervensystems sind eine seltene Erkrankung, deren Behandlung eine feine Balance zwischen vollständiger Zerstörung aller Tumorzellen bei Schonung gesunden Hirngewebes erfordert. Als nichtinvasive Methode zur detailscharfen Evaluation noch vorhandener Resterkrankung weist die Sequenzierung zirkulierender Tumor DNA gegenüber invasiven Hirnbiopsien signifikante Vorteile hinsichtlich Machbarkeit und Wiederholbarkeit auf.

Volumetrische optoakustische Bildgebung zur Erkennung von peripheren Arterienerkrankungen

Die periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK) ist eine der häufigsten Erkrankungen älterer Menschen, mit einer Gesamtprävalenz von etwa 3-10 % und einer Prävalenz von 15-20 % bei den über 70-Jährigen. Sie ist mit einem erhöhten Risiko für kardiovaskuläre Morbidität und Mortalität verbunden. Zu den bisherigen Diagnoseinstrumenten gehören der Knöchel-Brachial-Index (ABI), die Computertomografie (CT), die Magnetresonanztomografie (MRT) oder die digitale Subtraktionsangiografie (DSA), die hauptsächlich die Makrozirkulation untersuchen.