Tumorspezifische Protein-Signatur des Harnblasenkarzinoms

Das Harnblasenkarzinom ist eine vielfältige Erkrankung: Zum einen unterscheiden sich Tumore verschiedener Patienten deutlich hinsichtlich Therapiemöglichkeiten und Prognosen, zum anderen weisen die Krebszellen viele biologische Veränderungen auf. Diese bieten unter anderem Ansatzpunkte für gezielte Diagnostik, wie sie am Institut für Pathologie unter der Leitung von Prof. S. Perner durchgeführt und erforscht wird. Ein international ausgewiesener Schwerpunkt liegt dabei auf urologischen Tumoren.

Erforschung der molekularen Grundlage des MIA-Proteins bei der Metastasierung im malignen Melanom

MIA (Melanom-inhibitorische Aktivität) ist ein extrazelluläres Protein, welches von malignen Melanomzellen stark exprimiert wird. Es spielt eine wichtige Rolle bei der Entstehung und Progression des Melanoms sowie dessen Metastasierung. Nach erfolgter Sekretion des MIA-Proteins in die extrazelluläre Matrix interagiert es mit den dort befindlichen Proteinen, wie z. B. dem Fibronektin (FN). Dadurch ermöglicht das MIA-Protein aktiv, das Ab- und Herauslösen von Zellen aus dem Gewebeverband der Haut und trägt somit zur Tumorzellinvasion und –migration bei.

Immundiagnostik für erblichen Darmkrebs: ein funktioneller Test für Lynch-Syndrom?

Das Lynch-Syndrom ist eine der häufigsten erblichen Tumorerkrankungen. Betroffene haben ein hohes Risiko an Krebs zu erkranken und benötigen intensive Vorsorge. Die rechtzeitige Identifikation von Anlageträgern ist essenziell, um die Teilnahme an Vorsorgeprogrammen zu ermöglichen und so Krebs zu verhindern. Die zurzeit verfügbaren Methoden, ein Lynch-Syndrom zu identifizieren, sind limitiert. Zum Beispiel erfordert die Diagnostik in der Regel, dass ein bereits entstandener Tumor für die Untersuchung zur Verfügung steht.

Präklinische Charakterisierung eines innovativen dualen FXR/sEH Modulators als Wirkstoff zur Behandlung der nicht-alkoholischen Steatohepatitis

Die nicht-alkoholische Fettleber gilt als hepatische Manifestation des metabolischen Syndroms und als derzeit weltweit häufigste chronische Lebererkrankung, an der bis zu 30 % aller Erwachsenen leiden. Die anfänglich reversible Erkrankung kann zur nicht-alkoholischen Steatohepatitis (NASH) voranschreiten, wobei zur Leberverfettung eine Hepatitis und Leberzellschäden hinzukommen.
 

Sichere Kontrastmittel für die Kernspintomografie (MRT)“

Die Verwendung gadoliniumhaltiger Kontrastmittel für die Magnetresonanztomograpahie (MRT) wirft ernsthafte Bedenken bezüglich der Sicherheit auf. Eine Alternative könnten Kontrastmittel auf Eisenoxid-Nanopartikel-Basis darstellen, jedoch sind in Europa derzeit keine Partikel für diese Anwendung verfügbar, und der Off-Label-Gebrauch von Ferumoxytol (Feraheme®), welches zur intravenösen Eisensubstitution zugelassen ist, wird mit einem erhöhten Risiko für Patienten in Verbindung gebracht.

Inhibition des Transkriptionsfaktors MYB mit niedermolekularen Substanzen

MYB ist ein Protein, das im Zellkern unreifer Vorläuferzellen des Blutsystems die Expression von Genen steuert, die ihrerseits bei der Vermehrung und Ausdifferenzierung der Zellen beteiligt sind. Eine hohe Aktivität des Proteins, u. a. bedingt durch seine Kooperation mit dem p300 Protein, ist mit der Entstehung von Leukämien, insbesondere der akuten myeloischen Leukämie (AML), in Verbindung gebracht worden. Unsere Arbeitsgruppe hat Testsysteme entwickelt, mit denen wir niedermolekulare Substanzen auf ihre Fähigkeit, die Aktivität des MYB Proteins zu inhibieren, untersuchen können.

Wirkweise humaner Immunglobuline auf die immunvermittelte Pathologie der Muskeldystrophie Duchenne

Die Muskeldystrophie Duchenne (DMD) ist eine vererbte Erkrankung, bei der Immunmechanismen eine wichtige Rolle spielen. Die aktuelle, begrenzt erfolgreiche Standardtherapie besteht in der Gabe von Prednisolon. Aufgrund der vielfältigen Nebenwirkungen werden verträglichere sowie effektivere anti-entzündliche Therapien gesucht. In Vorarbeiten wurde die Wirksamkeit von Immunglobulinen (IgG) im Mausmodell der DMD belegt. Die Mechanismen, die der Wirksamkeit der IgG im Muskel zugrunde liegen, sind bisher jedoch nur unzureichend verstanden.

Charakterisierung von Resistenzmechanismen gegenüber BH3 mimetics im diffusen grosszelligen Lymphom.

Die anti-apoptotischen BCL2-Proteine stellen einen vielversprechenden Ansatz für die Entwicklung von neuen Krebstherapeutika dar. Mit Venetoclax ist das erste Medikament, das BCL2 erfolgreich hemmt, für die Therapie von Leukämien zugelassen. In aggressiven B-Zell Lymphomen wie dem diffusen grosszelligen B-Zell Lymphom wirkt Venetoclax jedoch nur in wenigen Patienten.

Einfluss von IL-22 und IL-22BP auf die Lebermetastasierung

Aktuelle Krebs-Therapien richten sich verstärkt auf den Tumor und seltener auf dessen Streuverhalten. Die Entwicklung von Metastasen hat aber einen wichtigen Einfluss auf das Überleben von Patienten. Um effiziente Therapien zu entwickeln, muss daher noch genau verstanden werden, wie Krebszellen metastasieren. IL-22 ist ein wichtiger Botenstoff, zwischen Immunzellen und dem Gewebe. Neben vielen positiven Effekten kann IL-22 auch das Tumorwachstum fördern. Daher ist es wichtig, den Einfluss von IL-22 zu kontrollieren.