Stärkung der Mutter-Kind-Gesundheit im Distrikt Podor
Situation vor Ort:
Die Mütter- und Kindersterblichkeitsrate im Senegal zählt zu den höchsten in Westafrika. Besonders betroffen ist der Distrikt Podor im Norden des Landes. Weite Distanzen zu Gesundheitszentren, Mangel an Ausstattung und Personal sowie fehlendes Gesundheitsbewusstsein erschweren eine frühzeitige und regelmäßige Schwangerschaftsversorgung - und gefährden Frauen und Kinder.
Ziele:
Ziel des Projekts ist es, die Mütter- und Kindersterblichkeit im Distrikt Podor zu senken, indem der Zugang und die Qualität von Gesundheitsdiensten für Schwangere, Mütter und Kinder verbessert werden. Zudem soll das Ausmaß der Mangelernährung unter Schwangeren und Kleinkindern verringert werden.
- Die Rate qualifizierter Geburten steigt um mindestens 20 %.
- Mindestens 500 Haushalte schließen eine Krankenversicherung über die Mutual Health Insurance ab.
- Der Anteil der schwer mangelernährten Kinder in der Projektregion wird um mindestens 10 % reduziert.
- Schulungen von Hebammen in Bereichen wie Entbindung, Geburtenvor- und Nachsorge und Ultraschalltechnik
- Trainings für Gesundheitsfreiwillige zu Ernährungssicherheit, Wachstumskontrolle, WASH, Familienplanung, Impfschutz sowie Kommunikationstechniken
- Durchführung von Kampagnen zur Aufklärung der Gemeinden zu Gesundheits- und Ernährungsthemen
- Aufklärung von Haushalten zu den Vorteilen von Krankenversicherungen
- Unterstützung von Menschen mit Behinderungen durch die Schulung von medizinischem Personal mit Behinderungen und der Gewährleistung von barrierearmen Gesundheitsdienstleistungen
- Schulungen von 12 Health Management Committees für die Verbesserung der lokalen Gesundheitsverwaltung und -versorgung
- Ausstattung der Gemeinde mit zwei Motorrädern und zwei Fahrrädern für den besseren Zugang zu Gesundheitszentren
- Lieferung medizinischer Ausstattung und Verbrauchsmaterialien, u.a. Waagen, Folsäure, Eisen und angereichertes Mehl
- Installation einer Wasseraufbereitungsanlage für die Versorgung von 8.000 Personen mit sauberem Trinkwasser und zur Krankheitsvermeidung
Das Projekt stärkt das lokale Gesundheitssystem durch die Ausbildung und Förderung des Gesundheitspersonals und von Freiwilligen, die auch nach Projektende in den Gemeinden aktiv sind. Indem Haushalte ermutigt werden, einer Krankenversicherung beizutreten, wird ihre gesundheitliche Versorgung auch in Zukunft garantiert. Zusätzlich ermöglicht die enge Zusammenarbeit mit Gesundheitsbehörden die langfristige Überwachung und Sicherstellung der Projektwirkung. Die Ausstattung wird nach Projektabschluss in den öffentlichen Besitz überführt und Monitoringdaten werden in das nationale Gesundheitssystem eingespeist.
Das Projekt kombiniert die technische und fachliche Ausstattung der Gesundheitsposten mit Sensibilisierungsarbeit auf Gemeindeebene, um das Gesundheitsbewusstsein in Gemeinden zu stärken und soziokulturelle Hemmnisse abzubauen. Besonders innovativ ist die Aufnahme von Haushalten in Krankenversicherung zur langfristigen Gesundheitssicherung sowie der Fokus auf inklusive Versorgung für Menschen mit Behinderung.
Weitere Informationen: https://das-hunger-projekt.de/project/senegal/