Regionales Exzellenznetzwerk für Kinderheilkunde in Ghana

Förderbeginn
Organisation: medmissio – Institut für Gesundheit weltweit (Missionsärztliches Institut Würzburg)
Partnerland: Ghana
Partnerorganisation vor Ort: Holy Family Hospital (HFH) in Techiman
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Situation vor Ort:

Das SDG-Ziel für Kindersterblichkeit zielt darauf ab, die vermeidbare Sterblichkeit von Neugeborenen und Kindern unter fünf Jahren zu beenden und die Sterblichkeit von Neugeborenen auf zwölf Todesfälle pro 1.000 Lebendgeburten und die Sterblichkeit von Kindern unter fünf Jahren auf 25 Todesfälle pro 1.000 Lebendgeburten zu senken.
Ghana hat die Sterblichkeitsraten von Neugeborenen (NeonMR), Säuglingen (IMR) und Kindern unter fünf Jahren (U5MR) in den letzten 30 Jahren erheblich gesenkt. Die Neugeborenensterblichkeit innerhalb der U5MR lag 1990 bei 33 Prozent und 2019 bei 50 Prozent, und die Sterblichkeit von Kindern unter einem Jahr lag 1990 bei 63 Prozent der U5MR und 2019 bei über 78 Prozent. Der Gesamtrückgang der U5MR ist eher das Ergebnis eines Rückgangs der Todesfälle bei Kindern zwischen eins und fünf Jahren als bei Kindern unter einem Jahr. Alle Bemühungen um eine weitere Senkung der U5MR, um das SDG-Ziel zu erreichen, sollten sich auf alle Kinder in ihrer Gesamtheit konzentrieren - viele Faktoren spielen eine Rolle, wie z. B. Ernährung, Wohnverhältnisse, Wasser, sanitäre Einrichtungen, Umweltfragen, Verkehrssicherheit, Klimawandel, Naturkatastrophen usw. - doch sollte der Gesundheitsversorgung von Neugeborenen und Kleinkindern besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden.
Dieser Schwerpunkt wird in Ghana durch seine Krankenversicherungspolitik unterstützt. Ghana ist eines der wenigen Länder südlich der Sahara mit einem funktionierenden nationalen Krankenversicherungssystem (National Health Insurance Scheme, NHIS). Die Mehrheit der Menschen in Ghana ist Mitglied der NHIS, und Schwangere und Neugeborene bis zu drei Monaten sind automatisch voll versichert. Nach drei Monaten können Kinder bis zu ihrem 18. Lebensjahr kostenlos versichert werden, es wird lediglich eine geringe Anmeldegebühr verlangt. Die Kindergesundheitsfürsorge war jedoch viele Jahre lang ein vernachlässigter Bereich der Gesundheitsversorgung in Ghana, was sich erst kürzlich geändert hat. Die meisten Krankenhäuser in Ghana verfügen nicht über einen Kinderarzt. Auch eine pädiatrische Spezialisierung für Krankenschwestern und -pfleger ist kaum vorhanden und hat erst in den letzten Jahren begonnen.
 

Ziele:

Das Projekt zielt darauf ab, die Sterblichkeitsrate bei Neugeborenen und Kindern unter fünf Jahren in der Bono East Region und den benachbarten Bezirken der Bono und Ashanti Regionen zu senken, indem ein regionales Kooperationsnetz zwischen dem Holy Family Hospital in Techiman (HFH) und sechs überweisenden Krankenhäusern aufgebaut wird.

Indikatoren:
  1. Das Holy Family Hospital in Techiman und die sechs überweisenden Krankenhäuser haben offiziell Standardarbeitsanweisungen (SOPs) für den Überweisungsprozess einschließlich des Ambulanzdienstes eingeführt.
     
  2. Das Personal der Neugeborenen-Intensivstation (NICU) und der pädiatrischen Intensivstation (PICU) des HFH sowie das Personal der Kinder- und Entbindungsabteilungen der sechs überweisenden Krankenhäuser durchläuft ein regelmäßiges Schulungsprogramm und wurde dauerhaft der Neugeborenen-Intensivstation (NICU) und der pädiatrischen Intensivstation (PICU) zugewiesen.
     
  3. Materialien zur Gesundheitserziehung, die eine positive Einstellung der Öffentlichkeit zu Fragen der Gesundheit von Müttern und Kindern fördern sollen, sind leicht verfügbar. Es finden regelmäßig Gespräche in lokalen Radioprogrammen statt. Radiobeiträge wurden produziert und werden ausgestrahlt.
Maßnahmen:
  • Aufbau einer Netzwerkstruktur mit einer unterstützenden Leitungsstruktur
  • Beschaffung der wichtigsten klinischen Instrumente und Geräte
  • Fachliche Qualifikation von Kinderkrankenschwestern und -pflegern
  • Entwicklung von Standardarbeitsanweisungen (SOPs) für den Überweisungsprozess und gemeinsame klinische Protokolle
  • Schulung des medizinischen und pflegerischen Personals einschließlich der Hebammen der Kinder- und Entbindungsabteilungen des Holy Family Hospital in Techiman und der sechs überweisenden Krankenhäuser.
  • Gesundheitserziehung für schwangere Frauen und junge Mütter.
  • Gelernte Lektionen und bewährte Verfahren werden dokumentiert und in die Schulungsprogramme aufgenommen.
Nachhaltigkeit:

Mit der Entwicklung und Umsetzung von SOPs im Hinblick auf das Überweisungssystem werden sich die Bemühungen von Anfang an darauf konzentrieren, diese Verfahren zu Routineverfahren zu machen.
Das HFH hat auch eine klare Vision davon, ein Ausbildungszentrum zu werden, insbesondere im Bereich der Pädiatrie. Das HFH strebt die Fortführung und Entwicklung von akkreditierten Fortbildungsformaten an, die auch für das Personal der benachbarten Krankenhäuser attraktiv sind.
Mit der zunehmenden Verbreitung von E-Learning-Methoden und E-Conferencing als Routineverfahren wird die Zusammenarbeit zwischen des HFH als zentraler Einrichtung und den peripheren Krankenhäusern mehr und mehr zur Tagesordnung werden und nach dem Ende der Projektunterstützung für das Netzwerk sogar noch zunehmen statt abnehmen.

Besonderheiten:

Die Gestaltung und Durchführung liegt hauptverantwortlich bei der Leitung der pädiatrischen Abteilung des HFH und ist somit auf die nationalen Gesundheitsstrategie abgestimmt. Die im Projekt erarbeiteten Schulungsprogramme und Standardarbeitsanweisungen dienen als Grundlage und sollen zukünftig auch anderen Krankenhäusern und Einrichtungen angeboten werden, um die Versorgung gerade von Neu- und Frühgeborenen nachhaltig zu verbessern.

Weitere Informationen finden hier.