GMP-konforme Produktion von NMDAR-CAAR T Zellen zur Behandlung der NMDA-Rezeptor-Enzephalitis
Die Anti-N-Methyl-D-Aspartat-Rezeptor- (NMDAR-) Enzephalitis ist die häufigste Form der Autoimmunenzephalitis. Die derzeit verfügbaren, breit wirksamen immunsuppressiven Therapien sind häufig durch Nebenwirkungen limitiert, sodass wirksamere und autoantikörper-spezifische Alternativen erforderlich sind.
Ein Ansatz ist die Verwendung einer autologen Chimeric-Autoantibody-Receptor- (CAAR-) T-Zell-Therapie, bei der das pathogene NMDAR-Epitop auf der Zelloberfläche präsentiert wird. Dadurch können die modifizierten T-Zellen spezifisch jene B-Zell-Klone erkennen und eliminieren, die anti-NMDAR-Antikörper produzieren, was eine hochselektive Behandlung mit weniger Nebenwirkungen und besserer Langzeitprognose ermöglicht. In präklinischen Experimenten zeigte dieser Ansatz bereits eine starke, selektive Zytotoxizität in vitro; in Mausmodellen wurden Antikörper-exprimierende Zellen eradiziert, die NMDAR-Antikörpertiter in Serum und Gehirn gesenkt und keine organspezifische Off-Target-Toxizität beobachtet. Durch das gezielte Entfernen der krankheitsauslösenden B-Zellen kann man eine gute neurologische Erholung bei deutlich geringeren systemischen Nebenwirkungen gegenüber der breiten Immunsuppression erwarten.
Im Rahmen der Projekt-Förderung werden die Forschenden einen GMP-konformen lentiviralen Vektor entwickeln, um auf der CliniMACS-Prodigy-Plattform in den neuen Reinraumsuiten des Berlin Center for Advanced Therapies (BeCAT) NMDAR-CAAR-T-Zellen herzustellen. Diese Zellen sollen anschließend in einer geplanten Phase-I-Studie bei NMDAR-Enzephalitis eingesetzt werden. Langfristig möchte das Team Patientinnen und Patienten eine kurative Behandlung anbieten, die Rückfälle verhindert, langfristige kognitive Schäden minimiert und die Lebensqualität nach einer NMDAR-Enzephalitis wiederherstellt.
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