Spitzenforschung prämiert: EKFS vergibt Publikationspreise 2024
Bad Homburg v. d. Höhe, 3. Juli 2024 – Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) gibt heute die Preisträger ihres Publikationspreises 2024 bekannt. Die Auszeichnung würdigt eine Wissenschaftlerin und vier Wissenschaftler für ihre herausragenden und medizinisch hochrelevanten Erkenntnisse, die sie im Jahr 2023 veröffentlicht und im Rahmen der Förderung durch die EKFS erzielt haben.
Immunmetabolismus in Asthma
Die zunehmende Prävalenz von Allergien, insbesondere des allergischen Asthmas, stellt vor allem in den westlichen Industrienationen ein wachsendes Gesundheitsproblem dar. In jüngster Zeit hat sich gezeigt, dass insbesondere bei therapierefraktären Patientinnen und Patienten die asthmatische Lungenentzündung durch Th17-Zellen unterhalten wird. In diesem Projekt soll untersucht werden, inwieweit der Zellmetabolismus das Epigenom und die Genexpression sowie die T-Zell-Effektorfunktion von Th2- und Th17-Zellen in der asthmatischen Lungenentzündung reguliert.
STAT3-gesteuertes Cross-Dressing von dendritischen Zellen in der Anti-Tumor-Immunität
Ein vielversprechender Ansatz im Kampf gegen Krebs ist die Aktivierung des körpereigenen Immunsystems, um Tumorzellen aufzuspüren und zu bekämpfen. Doch Krebszellen kennen vielfältige Möglichkeiten, um sich vor dem Immunsystem zu schützen: z.B. verstecken sie sich im „Dickicht“ des Tumorstromas oder umgeben sich mit einer Wolke inhibitorischer Signale, die die anrückenden Immunzellen sofort in den Tiefschlaf versetzt.
Die Expressionsniveaus von T-bet und Eomes bestimmen den Erschöpfungszustand von Typ-1-TZellen beim Glioblastom und tragen zur Wirksamkeit der Impfungstherapie mit dendritischen Zellen bei
Dendritisch Zellvakzinierung (DCV) führt bei Gliobastom-Patienten zu einer anti-Tumor-Immunreaktion, mit begrenzter Wirksamkeit. Effektor-T-Zellen, die IFNγ und T-bet exprimieren, finden sich im Gehirn geimpfter Patienten, was auf eine erfolgreiche Stimulierung tumorspezifischer Typ-1-T-Zellen schließen lässt. Allerdings exprimieren diese Zellen gleichzeitig hohe Mengen an Eomes, was zu einer Hochregulierung des Immun-Checkpoint (IC)-Rezeptors PD-1 führt, der mit einer Dysfunktion der T-Zellen einhergeht.
Zielgerichtete Integrin-Inhibition zur Verbesserung der Wirksamkeit der Immuntherapie bei Krebs
Wissenschaftliche Studien zeigen, dass Antibiotika, die die Darmbakterien stören, die Wirksamkeit von Immuntherapien für Krebsarten auch außerhalb des Darms (z. B. Lungen- oder Brustkrebs) reduzieren. Dies liegt daran, dass Antibiotika die Integrin-Signalgebung von Immunzellen im Darm stören. Als Folge wird der gesamte Transport von Immunzellen im Organismus gestört, was wiederum stark die Immunantworten in Tumoren beeinflusst.
Die differentielle Rolle der NLRP3-Aktivierung in der Hyper- und Subakutphase des ischämischen Schlaganfalls und deren therapeutische Beeinflussung
Beim Schlaganfall kommt es durch den Verschluss von Blutgefäßen zu einem Untergang von Nervenzellen. Je länger der Verschluss, desto schwerwiegender. Durch Blutverdünnung (Lyse) & Katheterverfahren können die Gefäße vieler Patienten wiedereröffnet werden. Aber eine Wiedereröffnung heißt nicht, dass die Patienten profitieren. Parallel ablaufende Entzündungsvorgänge führen zu einem anhaltenden Schlaganfallwachstum. Diese werden bisher therapeutisch nicht adressiert. Ein Eiweißkomplex, namens Inflammasom, stellt einen Hauptregulator bei den Entzündungsvorgängen dar.
Neue Studie untersucht Peptid-Impfstoff gegen Akute Myeloische Leukämie
Tübingen, 13.06.2024 - Die Akute Myeloische Leukämie ist eine der häufigsten Leukämie-Erkrankungen im Erwachsenenalter. Besonders ein Rückfall nach einer ersten erfolgreichen Therapie ist schwerer zu behandeln. Die Klinische Kooperationseinheit (KKE) Translationale Immunologie am Universitätsklinikum Tübingen erforscht, ob ein auf die Leukämie-Zellen maßgeschneiderter Peptid-Impfstoff einen Rückfall verhindern kann.