Prävention und Rehabilitation von obstetrischen und chirurgischen Fisteln durch reproduktive Gesundheitsbildung und gestärkte Gesundheitsdienste (PROGRESS)
Situation vor Ort:
Bangladesch hat Fortschritte in der Müttergesundheit erzielt: Die Müttersterblichkeit sank auf 115 pro 100’000 Geburten (2023). Die Fistelprävalenz ging von 1,69 auf 0,49 pro 1’000 Frauen zurück, mit rund 1’000 neuen Fällen jährlich. 2023 waren 52,1 % der Fälle obstetrisch, 43,2 % iatrogen. Dennoch sucht nur etwa 1 von 50 betroffenen Frauen Behandlung. Ursachen sind eingeschränkter Zugang zu Information und Versorgung, Fachkräftemangel, steigende Kaiserschnittraten sowie Unterschiede zwischen Stadt und Land.
Ziele:
Fistelüberlebende und Frauen im gebärfähigen Alter im Distrikt Rajshahi erfahren eine verbesserte Gesundheit, Würde und Lebensqualität durch gestärkte Kapazitäten des Gesundheitssystems zur Prävention, Erkennung und Behandlung von Fisteln sowie durch einen verbesserten Zugang zu hochwertigen Dienstleistungen im Bereich der Mütter-, Neugeborenen- und Kindergesundheit sowie der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte.
- Prozentualer Anteil der Frauen, Jugendlichen und Kinder, die Behandlungs- und Rehabilitationsunterstützung erhalten haben und deren Lebensqualität verbessert wurde
- Anzahl der Personen mit Bedarf an spezialisierter Gesundheitsversorgung, die überwiesen wurden (disaggregiert nach Fall, Überweisungsebene, Geschlecht und Altersgruppen)
- Prozentualer Anteil erfolgreicher Fisteloperationen (bei Entlassung)
Das Projekt schult Gesundheitsfachkräfte zur Prävention von Fisteln, stärkt deren Früherkennung und fördert sichere Überweisungen. Es verbessert die chirurgische Versorgung und Nachsorge für Fistelüberlebende, reduziert Drop-outs und unterstützt die Reintegration. Zudem stärkt es die Mütter- und Kindergesundheitsdienste durch Schulungen, Ausstattung und verbesserte Dienstleistungen.
Das Projekt verankert Massnahmen im staatlichen Gesundheitssystem, stärkt Fachkräfte und verbessert Überweisungswege für eine kontinuierliche Versorgung. Es fördert die Zusammenarbeit mit Behörden, Community-Engagement sowie die soziale und wirtschaftliche Reintegration von Fistelüberlebenden und stärkt nachhaltige Partnerschaften und lokale Kapazitäten.
Das Projekt basiert auf einem ganzheitlichen Ansatz. Zur Erreichung seines Ziels konzentriert es sich auf drei zentrale Bereiche: (1) Sensibilisierung und Prävention, (2) Überweisung, Diagnose und Behandlung sowie (3) Stärkung der sexuellen und reproduktiven Gesundheit und Rechte sowie der Mütter-, Neugeborenen- und Kindergesundheitsdienste.