Nachhaltige Unterstützung des Gemeindespitals in St Louis du Nord

Förderbeginn
Organisation: HADPRE (Hummingbird Academy for Disaster Preparedness & Renewable Energies)
Partnerland: Haiti
Partnerorganisation vor Ort: L’Hôpital Communautaire St Louis du Nord / Gemeindespital St Louis du Nord
Image: Team

Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung fördert seit 2010 das Spital St Louis du Nord in Haiti und hat über 2,6 Millionen Euro in das Projekt investiert. Nach dem Erdbeben 2010 wurde das Krankenhaus als Nothilfeprojekt errichtet und bis Ende 2016 mit Hilfe der Finanzierung der EKFS betrieben. Im Anschluss daran wurde das Krankenhaus an die haitianische Regierung übergeben. Da das Krankenhaus vor über zehn Jahren unter schweren Bedingungen als Nothilfe errichtet wurde, sind viele Baumaterialien inzwischen sanierungsbedürftig und zahlreiche medizinische Geräte müssen ausgetauscht werden.
 

Situation vor Ort:

Haiti belegt im Human Development Index (HDI) Platz 170 von 189 Ländern. Neben der politischen, wirtschaftlichen und sozialen Instabilität haben die Naturkatastrophen (Erdbeben 2010 oder Hurrikane Matthew 2016) große Auswirkungen auf die fehlende Infrastruktur in der Gesundheitsversorgung. Die Müttersterblichkeit ist mit 521 per 100.000 Lebendgeburten extrem hoch. Der Nordwesten zählt zu den vernachlässigten Regionen des Landes. 
 

Ziele:

Aufrechterhaltung, Sicherung und Verbesserung des Zugangs zur Gesundheitsversorgung und chirurgischen Eingriffen für die Bevölkerung im Nordwesten des Landes.

Indikatoren:

Die Anzahl

- der Patientinnen und Patienten, die im Spital versorgt werden.

- der Operationen, die das Spital durchführt.

- an Geburten und Kaiserschnitte, die das Spital durchführt.

Maßnahmen:
  • Die Umsetzung eines nachhaltigen Konzepts zur langfristigen Aufrechterhaltung der vorhandenen Infrastruktur.
     
  • Das Ranking des Spitals im Nationalen Gesundheitssystem erhöhen, um langfristig die Gesundheitsversorgung der Region zu etablieren und zu verbessern.
     
  • Temporäre Sicherung von qualifiziertem Fachpersonal im Spital.
Nachhaltigkeit:

Im Jahr 2020 wurde das Spital zu 100 Prozent auf Solarenergie umgestellt. Dies hat nicht nur einen positiven Effekt auf die Umwelt, sondern ermöglicht dem Spital auch eine ökonomischere Haushaltung. Nachdem 85 Prozent der Bevölkerung in Haiti nicht an das nationale Stromnetz angeschlossen sind und die Region in St Louis du Nord keinen Zugang zum Elektrizitätsnetz hat, hatte das Spital vor dem Eingriff hohe Dieselkosten durch eigene Generatoren. Die Umstellung auf Solarenergie ermöglicht dem Spital hohe finanzielle Einsparungen, die heute beispielsweise für Personal, medizinische Versorgungen und Reparaturen verwendet werden können.

Auch in den kommenden Jahren sollen gemeinsam mit dem Krankenhausmanagement innovative, nachhaltige und umweltschonende Lösungen gefunden werden.

Besonderheiten:

Das Gemeindespital in St Louis du Nord ist das einzige öffentliche Spital im Nordwesten des Landes, das verlässlich und regelmäßig chirurgische Eingriffe oder Kaiserschnitte anbieten kann. Eine Instandhaltung und Verbesserung der Infrastruktur ist damit lebenswichtig für die Bevölkerung in der Region.  

Image: Krankenhaus St Louis du Nord
Krankenhaus St Louis du Nord

AKTUELLES:

Sonja Schilling ist Managing Director bei der Organisation HADPRE. Sie engagiert sich seit dem Erdbeben vor über 10 Jahren auf Haiti und berichtet über die aktuelle Situation im Krankenhaus St Louis du Nord unter  Pandemiebedingungen.
 

"Im Rahmen der nationalen Pandemiebekämpfung wählte die Regierung u.a. das Krankenhaus St Louis du Nord zum offiziellen Covid-Behandlungszentrum aus, da es den höchsten medizinischen Standard im nordwestlichen Department bietet. Aufgrund des weltweiten Mangels an medizinischer Schutzausrüstung war es Haiti zu diesem Zeitpunkt nicht möglich, Ressourcen zur Behandlung von Covid-19-Patientinnen und -Patienten oder zum Schutz des medizinischen Personals bereitzustellen.

Durch die EKFS war das Krankenhaus in der Lage, verschiedene Schutzausrüstungen in kleinen Mengen national und international zu beschaffen, ebenso wie Sauerstoffgeräte und andere Hilfsmittel, um die Erkrankten zu behandeln und gleichzeitig das Personal zu schützen.
Heute fungiert die Einrichtung immer noch als Referenzkrankenhaus für die Behandlung von Covid-Patientinnen und -Patienten im Nordwesten. Glücklicherweise hat Haiti bis heute nur eine geringe Anzahl an Covid-19-Todesfällen zu verzeichnen."

Image: Solar-Installation
Image: Dr. Boaz
Image: Patientin

Weitere Informationen finden Sie hier.