Mutter-Kind-Gesundheit
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Tansania
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A Good Start 2: Bessere Überlebenschancen für Neugeborene im ländlichen Tansania

Organisation: SolidarMed
Partnerorganisation vor Ort: Distrikt – und Regionalgesundheitsbehörden, Saint Francis University College of Health Allied Sciences (SFUCHAS), Tanzania Training Center for International Health (TTCIH)
A Good Start 2: Bessere Überlebenschancen für Neugeborene im ländlichen Tansania

Situation vor Ort:

Mit 24 Todesfällen pro 1.000 Lebendgeburten ist die Neugeborenensterblichkeit in Tansania weiterhin alarmierend hoch. Maßnahmen dagegen sind daher nationale Priorität. Besonders den ländlichen Krankenhäusern fehlen Infrastruktur, medizinische Ausstattung und qualifiziertes Gesundheitspersonal. Zudem erschweren Wissenslücken die Umsetzung lebensrettender Maßnahmen nach der Entlassung aus dem Krankenhaus. 


Ziele:

Verbesserung der Überlebenschancen von Neugeborenen in acht tansanischen Krankenhäusern durch qualitativ hochwertige Dienstleistungen, besser informierte Schwangere und die Nutzung von Ergebnissen der operationellen Forschung.

Indikatoren:
  • Jährliche Zahl der Neugeborenen, die in den Fachabteilungen der acht Krankenhäuser versorgt werden
  • Prozentualer Anteil der Frauen, die mit der Qualität der Dienstleistungen an den Krankenhäusern zufrieden sind
  • Kumulative Anzahl an strategischen und technischen Treffen, an denen die Partner die Forschungsergebnisse diskutieren

 

Maßnahmen:
  • Verbesserung der Infrastruktur und Bereitstellung von medizinischer Ausrüstung (Bau/Renovation von Neugeborenenstationen, Kauf von fötalem Doppler, CPAP und anderen Geräten)
  • Ausbau der Kapazitäten des Gesundheitspersonals, Schwerpunkt auf praktischen Methoden und Mentoring
  • Sensibilisierung und Informierung der Schwangeren und Familien durch Radio und Geburtsvorbereitungs-Clubs
  • Operationelle Forschung und Teilen der Ergebnisse auf nationaler Ebene
  • Gemeinsam mit den Partnern Entwicklung eines "Leitfadens zur Verbesserung der Neugeborenen-Gesundheit in Tansania" für weiteren Politikdialog
Nachhaltigkeit:

Das Projekt wurde gemeinsam mit den Distrikt- und Regionalgesundheitsbehörden weiterentwickelt. SolidarMed agiert als vermittelnde Instanz, während die lokalen Gesundheitsstrukturen die konkrete Umsetzung der Aktivitäten übernehmen. Die Empfehlungen der externen Evaluation werden in der aktuellen Projektphase umgesetzt. Die Interventionen und die Forschungskomponenten beinhalten ein solides Monitoring, um den Wissenstransfer zu fördern und evidenzbasierte Skalierungsmöglichkeiten aufzuzeigen. SolidarMed verfügt über umfassende Erfahrung in der Integration von Projekten in bestehende Gesundheitssysteme. Die Nachhaltigkeit wird dadurch erleichtert, dass die Maßnahmen auf die nationalen Prioritäten abgestimmt sind und zur Erreichung der nationalen Schlüsselziele beitragen.

Besonderheiten:

Durch die Forschungskomponente liefert das Projekt wissenschaftliche Erkenntnisse zur Anwendung der Känguru-Methode im häuslichen Umfeld. Diese Methode trägt wesentlich zur Vermeidung von Neugeborenen-Todesfällen bei. Die Erkenntnisse aus Forschung und Projektarbeit sind die Grundlage für den Politikdialog zur Skalierung der Maßnahmen. 

Darüber hinaus führt das Projekt neue, für diesen Kontext geeignete, technische Ausrüstung ein (z. B. Doppler für die Messung der fetalen Herzfrequenz, digitales Tool zur Messung von Neugeborenen-Gelbsucht) und bringt somit die klinische Versorgung auf ein nächstes Niveau.