Krebs und gewebszerstörende Entzündungen – die Rolle des inflammatorischen Mikromilieus

Die medizinische Forschung ist ein wichtiger Baustein der Gesundheitsversorgung von morgen.

Die jungen Ärztinnen und Ärzte sollen für die Wissenschaft gewonnen, aber nicht für die Klinik verloren werden. Möglich wird dies durch optimale Arbeitsbedingungen im Else Kröner-Forschungskolleg (EKFK) Magdeburg. Im Rahmen eines fächerübergreifenden Ausbildungs- und Forschungsprogramms wir den Kollegiaten die Karriere zum „Clinician Scientist“ eröffnet.

Identifizierung von therapeutischen Vulnerabilitäten in einem aggressiven Pankreaskarzinom Subtyp

Das Pankreaskarzinom ist charakterisiert durch eine große Heterogenität. In unabhängigen Studien konnte jedoch gezeigt werden, dass molekulare Subtypen unterschiedliche therapeutische Vulnerabilitäten aufweisen. Basierend auf diesem Wissen versuchen wir, mittels Hochdurchsatz-Wirkstoff-Screening-Experimenten neue Therapieoptionen für eine besonders aggressive Subgruppe zu entwickeln.

Untersuchung des Einflusses der Plakophiline auf die Bindungseigenschaften desmosomaler Cadherine

Desmosomen sind Zell-Zell-Kontakte, die eine stabile interzelluläre Haftung insbesondere in mechanisch beanspruchten Geweben gewährleisten. Durch unsere Forschung möchten wir die Regulation dieser Kontakte in der Haut genauer verstehen, da deren Dysfunktion etwa zur blasenbildenden Dermatose Pemphigus und zum Ectodermal Dysplasia Skin Fragility Syndrome führt.

Identifizierung neuer Antikörper gegen Myelomzellen durch die Kombination von Phagen-Display und Next-Generation Sequencing

Das Multiple Myelom (MM), eine Blutkrebserkrankung, ist trotz großer Fortschritte bei der Therapie nur selten heilbar. Klinische Erfahrungen zeigen, dass monoklonale Antikörper (mAk) insbesondere in Kombination mit den heutigen Standardtherapien beim MM wirksam sein können. Die momentan klinisch eingesetzten mAk sind jedoch alle gegen Oberflächenstrukturen gerichtet, die auch auf gesundem Gewebe zu finden sind.

Nanokapseln aus de-tolerisierter Aspartyl β-Hydroxylase (ASPH): Ein neuartiger Antitumor Impfstoff

Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) ist die fünfthäufigste Form von Krebs und die dritthäufigste Ursache von tumorbedingtem Versterben weltweit. Das Auftreten dieser Lebertumore ist mit schlechten Prognosen assoziiert und die Behandlungsoptionen sind stark limitiert. Aspartyl β-Hydroxylase (ASPH) ist ein auf der Zelloberfläche von HCC Tumorzellen überexprimiertes Protein und bietet einen spezifischen Angriffspunkt für immuntherapeutische Ansätze.

Molecular retargeting of virotherapy-induced antibodies for induction of antibody-dependent tumor cytotoxicity

Die Behandlung von Tumoren mit onkolytischen Viren ist ein vielversprechender Ansatz in der Krebstherapie. Leider bekämpft das Immunsystem onkolytische Viren, so wie jede Viruserkrankung, mithilfe von Antikörpern, die das Virus anhand bestimmter Merkmale erkennen und inaktivieren können. Da solche antiviralen Antikörper hocheffektive molekulare Abwehrwaffen darstellen, versuchen wir ihr Potenzial für einen Angriff auf Krebszellen nutzbar zu machen.

Modulation der Adipozytenvitalität nach autologer Fettgewebstransplantation durch repetitive Leptinapplikationen

Das Überleben von transplantierten Fettzellen nach Fettgewebstransplantationen soll verbessert werden, um die Rückresorptionsrate des transplantierten Gewebes zu reduzieren. Dies soll durch die Behandlung des Transplantates mit dem durchblutungsfördernden Hormon Leptin erreicht werden. Dazu wird Fettgewebe aus der Leiste von Mäusen entnommen und dieses in eine zuvor eingebrachte Rückenhautkammer zurücktransplantiert. In der Versuchsgruppe wird Leptin an wiederholten Untersuchungszeitpunkten zugefügt, die Kontrolltiere erhalten eine entsprechende Kochsalzbehandlung.

Die Rolle von HLA-DO in der anti-Tumor Immunität und der Entstehung von Autoimmun-erkrankungen

Die Präsentation von Antigenen gegenüber T-Lymphozyten nimmt eine Schlüsselstellung in der Vermittlung von Immunantworten ein. Das intrazellulär lokalisierte Molekül HLA-DO spielt dabei eine wichtige Rolle. Bisher ist allerdings noch unbekannt, welche Faktoren die Funktionalität und Expression von HLA-DO regulieren. Ziel des Projektes ist die Expressionsregulation von HLA-DO im Detail zu analysieren.

Europäische Renale cDNA Bank – Kröner-Fresenius Biopsiebank: Multicenterstudie zur molekularen Analyse renaler Erkrankungen.

Um eine systematische Genexpressionsanalyse in Nierenbiopsien zu ermöglichen, wurde vor mehr als 20 Jahren in einer interdisziplinären europäischen Zusammenarbeit von Nierenforschungszentren die „Europäische Renalen cDNA Bank – Kröner-Fresenius-Biopsiebank“ (ERCB-KFB) eingerichtet - ein einzigartiges Archiv humaner Nierenbiopsien, welche speziell für die Genexpressionsanalyse aufbereitet werden. Ziele dieser von den Antragstellern koordinierten Initiative sind.