Kontrolle der Tungiasis im Distrikt Napak, Uganda, mit einem One-Health-Ansatz
Situation vor Ort:
Im Projektgebiet im Nordosten Ugandas leben die Karamojong als Halbnomaden unter extrem armen Bedingungen. Hunger, Analphabetismus und mangelhafte Gesundheitsversorgung prägen den Alltag. Zu Beginn des Projekts war die Tungiasis (Sandflohkrankheit) mit einer Prävalenz von 65 % äußerst verbreitet und mit schwerer Morbidität verbunden.
Ziele:
Das übergeordnete Ziel der Projektphase zwei ist die Kontrolle der Tungiasis (Sandflohkrankheit) zu ermöglichen, indem Diagnose, Behandlung und Prävention in den „Nachhaltigkeitsplan für das Programm zur Bekämpfung vernachlässigter Tropenkrankheiten 2020-2025“ des ugandischen Gesundheitsministeriums integriert werden.
- Reduzierung der Prävalenz und der mit Tungiasis verbundenen Morbidität auf ein unbedeutendes Niveau
- Steigerung des Wissens sowie Einstellungs- und Wahrnehmungsänderungen bezüglich Tungiasis bei Familienoberhäuptern und Schulkindern
- Umsetzung von Diagnose, Behandlung und Prävention von Tungiasis in kommunalen primären Gesundheitszentren
- Schulung von Gesundheitshelfern und -helferinnen in Gemeinden zur Diagnose, Behandlung und Prävention von Tungiasis und anderen parasitären Hautkrankheiten
- Integration von Maßnahmen zur Bekämpfung der Tungiasis in schulische Aktivitäten
- Einbindung der Gemeinschaft durch Sensibilisierung, z. B. von Lehrpersonal, religiösen Autoritäten, Gemeindevorsitzenden und Gesundheitsverantwortlichen auf Distriktebene mittels Radiosendungen, Informationsseminaren und Social Media
- Wissensverbreitung durch Seminare für Gesundheitspersonal im gesamten Nordosten (Karamoja-Region)
- Produktion eines Dokumentarfilms über die Tungiasis-Kontrolle in armutsbetroffenen Gebieten
- Erarbeitung einer nationalen Behandlungs- und Präventionsleitlinie für das ugandische Gesundheitsministerium
Tungiasis stellt in vielen Regionen Ugandas eine Bedrohung der öffentlichen Gesundheit dar. Auf Grundlage der Ergebnisse aus Phase eins und zwei des Tungiasis-Projekts ist das ugandische Gesundheitsministerium nun in der Lage, Maßnahmen zur Bekämpfung der Tungiasis in allen betroffenen Gebieten Ugandas umzusetzen. Dadurch werden Diagnose, Behandlung und Prävention systematisch im lokalen und nationalen Gesundheitssystem verankert, was die Versorgung verbessert, und die nachhaltige Kontrolle der Krankheit gewährleistet.
Das Innovative an dem Projekt ist, dass erstmals ein sogenanntes Proof-of-Principle-Konzept erfolgreich angewendet wurde. Dabei handelt es sich um einen Nachweis, dass ein Ansatz mit dem One-Health-Prinzip, also der gemeinsamen Betrachtung von Mensch, Tier und Umwelt, praktisch funktioniert. Dieses Konzept schafft die Grundlage, um die Krankheit langfristig zu bekämpfen und letztlich zu beseitigen.
Weitere Informationen: https://www.german-doctors.de/de/