Brustraum
|

Reaktivierung entwicklungsbiologischer Programme zur Wiederherstellung von Alveolen und Gefäßen in der erkrankten adulten Lunge

Institution: Justus-Liebig-Universität Gießen, Medizinische Klinik II, Cardio-Pulmonary Institute (CPI)
Antragsteller: Dr. rer. nat. Stefan Hadzic
Förderlinie:
Erst- und Zweitantragstellung
Dr. rer. nat. Stefan Hadzic

Die chronisch obstruktive Lungenerkrankung gehört zu den häufigsten Todesursachen. Ihr zerstörerischstes Merkmal ist das Emphysem, der Verlust der Gasaustauschfläche. Keine Therapie kann dieses Gewebe wieder aufbauen, und im Spätstadium bleibt nur die Transplantation.

Während der Embryonalentwicklung sorgen molekulare Programme dafür, dass Lungenbläschen und Kapillaren koordiniert aufgebaut werden. Im erwachsenen Organ sind diese Programme inaktiv, und Zigarettenrauch, Luftverschmutzung und Alterung hemmen ihre Aktivierung, sodass sich die Lunge nicht selbst reparieren kann. Diese Arbeiten zeigen, dass dieser Verlust nicht zwangsläufig endgültig ist. In präklinischen Modellen stellte die Reaktivierung eines dieser Programme Alveolen und Gefäße wieder her und führte zur  Reversion eines etablierten Emphysems. Die Zerstörung des Gewebes könnte demnach rückgängig gemacht werden.

Wie beide Kompartimente dabei zusammenwirken, ist unbekannt, und dieses Zusammenspiel könnte therapeutisch genutzt werden. Mit komplementären Modellen untersuchen die Forschenden dies und hoffen, ein neues therapeutisches Feld zu erschließen und die Lungenstruktur auch im Spätstadium der Erkrankung wiederherzustellen.