Kinder ohne Impfschutz durch gestärkte Primärversorgung im Süden Madagaskars erreichen
Situation vor Ort:
Impfungen schützen Kinder wirksam vor vermeidbaren Krankheiten und tödlichen Verläufen. Dennoch wachsen im Süden Madagaskars viele Kinder ohne diesen Schutz auf. Besonders in abgelegenen Gemeinden erschweren große Entfernungen, Armut und schwache Gesundheitsstrukturen den Zugang zur Versorgung. In der ersten SOAMEVA-Phase wurden in 16 Distrikten über 213.000 Zero-Dose-Kinder unter fünf Jahren identifiziert – ein deutliches Zeichen dafür, wie groß der Bedarf an stärkeren lokalen Impf- und Primärversorgungsstrukturen ist.
Ziele:
Das Projekt soll Zero-Dose-Kinder und unvollständig geimpfte Kinder im Süden Madagaskars erreichen und sie nachhaltig an die Primärversorgung anbinden. Dafür werden Impfangebote mit Mutter-Kind-Gesundheit, TB- und HIV-Leistungen verknüpft, mobile Kliniken in entlegene Gemeinden gebracht, Gesundheitsfachkräfte und lokale Einrichtungen gestärkt sowie Daten- und Nachverfolgungssysteme verbessert. Ziel ist es, mindestens 150.000 Kinder zu impfen.
- ≥8.000 integrierte mobile Impfangebote durchgeführt
- ≥150.000 Kinder geimpft
- ≥3.500 Gemeindegesundheitshelfer- und helferinnen erhalten ein strukturiertes Unterstützungspaket
- ≥10 Gruppen/Verbände von Gemeindegesundheitshelfern gegründet und funktionsfähig
- ≥150 Gesundheitseinrichtungen erhalten strukturierte, kontinuierliche Unterstützung
- ≥95 % der Partner-Einrichtungen verfügen über eine voll funktionsfähige Kühlkette
Das Projekt stärkt Gemeindegesundheitshelfer- und helferinnen, Gesundheitseinrichtungen und Kühlketten, organisiert mobile Impfangebote in entlegenen Gemeinden und verbessert Daten- und Nachverfolgungssysteme. Impfungen werden mit Mutter-Kind-Gesundheit sowie TB- und HIV-Angeboten verknüpft.
Das Projekt stärkt bestehende öffentliche Gesundheitsstrukturen und wird eng mit dem Gesundheitsministerium abgestimmt. Geschulte lokale Teams, digitale Systeme und CHW-Unterstützung werden in die Routineversorgung eingebettet, sodass erfolgreiche Ansätze vor Ort verankert, übertragbar und langfristig nutzbar werden.
Besonders ist die belastbare Datengrundlage aus der abgeschlossenen ersten Projektphase: Der Impfstatus von Kindern unter fünf Jahren wurde in 16 Distrikten erfasst und über 213.000 Zero-Dose-Kinder wurden identifiziert. Dadurch ist detailliert bekannt, wo ungeimpfte Kinder leben und mobile Impfangebote können gezielt geplant werden.
Weitere Informationen: https://www.aerzte-fuer-madagaskar.de/