Wir haben etwas gegen Keime: 1 Million Euro für Ihre Ideen

Krankenhauskeime sorgen für viermal mehr Todesfälle als Unfälle im Straßenverkehr. Sorgen wir gemeinsam dafür, dass das bald Vergangenheit ist. Mit unserem Geld. Und Ihren Ideen.
1 Million Euro gegen Keime

Wie lässt sich die Hygiene in der Arztpraxis, im Krankenhaus oder einem anderen medizinischen Kontext verbessern?

In unserer Sonderausschreibung „1 Million gegen Keime“ haben wir die besten Ideen für digitale Lösungen, Aufklärungsmaßnahmen oder eine innovative Aus-, Weiter- und Fortbildung gesucht. Für die Umsetzung schrieb die Stiftung insgesamt eine Million Euro aus.

Im Rahmen der Ausschreibung „Eine Million Euro gegen Keime“ konnten bis Mitte 2020 innovative Ideen zur Verbesserung der Hygiene im klinischen und ambulanten Bereich in drei Schwerpunkten eingereicht werden:

  1. Aufklärung (zukünftiger) Patienten und Angehöriger
  2. Aus-, Weiter-, Fortbildung
  3. Digitale Lösungen für die Prozess- und Arbeitsorganisation

Über 200 Vorschläge erreichten die Stiftung. Davon wurden 27 Antragstellerinnen und Antragsteller zu einem umfangreichen Auswahlverfahren eingeladen – auf Basis der Gutachten einer interdisziplinären externen Jury. Die Expertenteams haben pro Schwerpunkt jeweils drei Vorschläge als besonders überzeugend ermittelt.

Die EKFS hat die Leistungen dieser neun Finalistinnen und Finalisten u. a. mit einem Preisgeld in Höhe von jeweils 1.000 Euro honoriert. Außerdem hat sie die Antragstellenden gebeten, einen Vollantrag einzureichen, welcher wiederum durch Gutachterinnen und Gutachter bewertet wurde.

Folgende innovative und herausragende Projekte werden seit 2021 gefördert:

Schwerpunkt Digitales - Dr. Sybelle Goedicke-Fritz "Wir riechen Keime"

Die elektronische Nase „Cyranose 320“ stellt ein neues und nicht-invasives Diagnostikinstrument zur Früherkennung von Erregern bei Frühchen dar. Sie soll Keime als flüchtige organische Verbindungen, die mit jedem Atemzug sowie durch Sekrete abgegeben werden, identifizieren, und den Ausbruch einer Erkrankung frühzeitig erkennen vermeiden. Sogenannte „Smellprints“ von den am häufigsten vorkommenden Erregern (Enterobacter cloacae, Klebsiella oxytoca und pneumoniae, Enterokokken sowie multiresistente Escherichia coli), die für Frühchen gefährlich sein können, sollen durch die Cyranose erkannt werden. Daher wird derzeit die künstliche Nase mit diesen Smellprints vertraut gemacht. Die Erkennung muss durch eine Vielzahl von Messungen etabliert werden.

Weiterführende Informationen unter:
Keime riechbar machen - 2020 - Aktuelles - Philipps-Universität Marburg (uni-marburg.de)

Schwerpunkt Aufklärung - Constantin Kraus/Thomas Wernbacher "Serious Games im Hygienebereich"

In diesem Projekt sollen für Familien, Jugendliche, Auszubildenden oder Studierende im medizinischen, naturwissenschaftlichen oder Pflegebereich zwei Spiele entwickelt werden, die sich mit dem Thema (Krankenhaus)-Hygiene auseinandersetzen. Die Spieleentwickler haben zwei spannende Spiele ins Leben gerufen: das interaktive Brettspiel Hygiene Rules und ein digitales Abenteuerspiel Hygiene im Wandel der Zeit. Beide Spiele haben den Leitgedanken, dass sich die Spielenden intensiv mit der Thematik Hygiene auf unterschiedliche Spielweisen nähern und damit intensiv auseinandersetzen. Beim Brettspiel Hygiene Rules wird Wissen über Hygiene, Keime und präventive Maßnahmen interaktiv vermittelt – mit der Option, zusätzlich über das Mobiltelefon multimediale Inhalte, Quizfragen und Mini-Games über QR-Codes oder NFC-Sticker zu nutzen. Das Abenteuerspiel Hygiene im Wandel der Zeit lässt den Spielenden digital in das Thema Hygiene eintauchen und soll Wissen über Hygiene spielerisch erlernbar und intuitiv erlebbar machen.

Weiterführende Informationen unter:

Schwerpunkt Aus-, Weiter- und Fortbildung - Prof. Dr. Iris Chaberny/Prof. Dr. Thomas von Lengerke "Infektionsprävention mit Kopf und Herz: Psychologisches Empowerment von Hygieneteams"

Mitarbeitende der Hygiene werden im Krankenhausalltag oft als störend und kontrollierend wahrgenommen. Damit sie weiterhin die Gesunderhaltung und Hygiene im höchsten Maß vermitteln können, möchte dieses Projekt einen psychologischen Ansatz zum Umsetzung etablieren. Dieser soll Mitarbeitenden befähigen, zukünftig sicherer und spannungsfreier in ihrem Arbeitsfeld agieren zu können und die erfolgreiche Umsetzung des Hygienekonzepts im Klinikalltag ermöglichen.

Weiterführende Informationen unter:
Aktuelle Forschungsprojekte (uniklinikum-leipzig.de)
Medizinische Hochschule Hannover : Thomas von Lengerke (mhh.de)