Die zweitägige Konferenz „Gene and Cell Therapy: Where do we stand and where do we want to go?” fand am 18. und 19. Mai in Frankfurt am Main statt. Veranstaltet wurde sie von der ForTra gGmbH für Forschungstransfer der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (ForTra) gemeinsam mit SPARK-BIH, dem Projektförderprogramm des Berlin Institute of Health in der Charité (BIH), im Rahmen der Nationalen Strategie für gen- und zellbasierte Therapien.
Internationale Spitzenexpertinnen und -experten aus Wissenschaft, Klinik und Industrie kamen zusammen, um aktuelle Durchbrüche vorzustellen und zu diskutieren, wie innovative Therapien schneller den Weg zu Patientinnen und Patienten finden können.
Zu den international renommierten Forschenden, die die Entwicklung moderner Gen- und Zelltherapien maßgeblich geprägt haben, zählen unter anderem Prof. Dr. Juan Carlos Izpisua Belmonte (Institute of Science, Altos Labs, San Diego), Prof. Dr. Carl June (Perelman School of Medicine, Universität Pennsylvania) und Prof. Dr. Alessandro Aiuti (San Raffaele Telethon Institute for Gene Therapy, Mailand). In ihren Keynotes gaben sie Einblicke in aktuelle Entwicklungen ihrer Forschung.
Prof. Izpisua Belmonte stellte neue Ansätze zur Reprogrammierung von Zellen vor, mit denen diese in einen jüngeren, regenerationsfähigen Zustand zurückversetzt werden sollen, um neue Therapieansätze für altersassoziierte Erkrankungen zu entwickeln. Prof. June berichtete über Fortschritte bei genetisch modifizierten Immunzellen zur Krebsbehandlung und das Potenzial sogenannter „Off-the-Shelf“-Zelltherapien, die standardisiert hergestellt und künftig auch gegen solide Krebs-Tumoren eingesetzt werden könnten. Prof. Aiuti zeigte anhand bereits zugelassener Behandlungen, wie Gentherapien für seltene genetische Erkrankungen erfolgreich den Weg in die klinische Anwendung gefunden haben.
Neben den Keynote-Vorträgen diskutierten die Teilnehmenden zentrale Herausforderungen der biomedizinischen Translation – also der Überführung wissenschaftlicher Erkenntnisse aus dem Labor in neue Therapien, Produkte oder Verfahren. Themen waren unter anderem die regulatorischen Anforderungen und Herausforderungen für klinische Studien, die Herstellung von Gen- und Zelltherapeutika unter GMP-Qualitätsstandards sowie mögliche Finanzierungsmodelle für die Überführung eines akademischen GCT-Projektes in ein Spin-off, speziell auf dem Gebiet der Gen- und Zelltherapie.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf neuen therapeutischen Ansätzen aus der akademischen Forschung, die aktuell durch die ForTra und das SPARK-BIH Programm im Rahmen der Nationalen Strategie GCT gefördert werden. Vorgestellt wurden unter anderem zukunftsweisende Gentherapie-Projekte zur Wiederherstellung des Hörvermögens und zur Behandlung seltener Erkrankungen.
Die Pressemitteilung vom 20. Mai 2026 finden Sie hier.