Liebe Dr. Ana Lucía Asturias, herzlichen Glückwunsch zum Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit 2024. Würden Sie uns bitte einen Einblick in das Projekt geben und uns die Ziele des Projekts vorstellen?
Dr. Ana Lucía Asturias: Das Projekt zielt darauf ab, die Erblindung von Frühchen zu verhindern, bei denen sich eine Frühgeborenen-Retinopathie entwickeln könnte. Im Rahmen des Projekts wurde ein Screening- und Augenuntersuchungsprogramm in 15 nationalen Krankenhäusern im ganzen Land etabliert. So können wir die Babys untersuchen und bei Bedarf behandeln, um eine Erblindung zu verhindern.
Da es in den ländlichen Gebieten des Landes an Augenärzten mangelt, wird ein Teil des Programms über Telemedizin durchgeführt. Die Krankenschwestern nehmen Bilder vom inneren Teil des Auges auf und senden sie an Spezialisten, die die Ergebnisse aus der Ferne interpretieren. So können Säuglinge, die aufgrund einer Frühgeborenen-Retinopathie von Blindheit bedroht sind, auch aus der Ferne identifiziert werden.
Dieses Programm ist eine kostenlose Leistung für Familien mit geringem Einkommen. Wir möchten nicht nur unsere Arbeit in den Krankenhäusern fortsetzen, in denen wir bereits vertreten sind, sondern die Leistungen auch auf Krankenhäuser ausdehnen, die derzeit keine Augenuntersuchungen anbieten.
Was sind die Pläne für Ihre zukünftige Arbeit?
Dr. Ana Lucía Asturias: In Zukunft werden wir das Bewusstsein für Frühgeborenen-Retinopathie weiter fördern und an der Prävention arbeiten. Wir möchten Eltern, Gesundheitspersonal und Ärzte nicht nur über die Bedeutung der rechtzeitigen Überweisung von Frühgeborenen informieren, sondern auch über die richtige Versorgung von Frühchen im Krankenhaus. Dazu gehören die Sauerstoffversorgung, die Infektionsprävention und die Verbesserung der umfassenden Versorgung von Frühgeborenen, damit wir nicht nur erblindungsgefährdete Patienten erkennen und behandeln, sondern auch die Zahl der Risikopatienten verringern können.
Das Programm möchten wir in den Krankenhäusern beibehalten, in denen es bereits läuft, und wir hoffen, dass wir es auf weitere Krankenhäuser ausweiten können. Es gibt 43 nationale Krankenhäuser, die Frühgeborene versorgen, und in allen fehlt diese Leistung – mit Ausnahme der 15 Krankenhäuser, in denen das Programm bereits eingeführt ist.
Wir müssen weiterarbeiten, um etwas zu bewirken. Die Gesundheitsbehörden auf Regierungsebene müssen wir ermutigen, sich unseren Bemühungen anzuschließen, um die visuelle Gesundheit aller unserer Frühgeborenen zu fördern und zu gewährleisten.
Wofür werden Sie das Preisgeld verwenden?
Dr. Ana Lucía Asturias: Die von der EKFS bewilligten Mittel werden für die Fortsetzung des Projekts für ein weiteres Jahr verwendet. Dieser Betrag entspricht in etwa dem, was wir benötigen, um unsere Dienste in den 15 Krankenhäusern, in denen das Projekt derzeit aktiv ist, aufrechtzuerhalten. Wir werden weiterhin nach Unterstützung und Spendern suchen, um diese Initiative aufrechtzuerhalten. Das langfristige Ziel ist mehr Krankenhäuser einzubinden und das Programm landesweit auszubauen.
Vielen Dank für das Interview!