Den Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Entwicklungszusammenarbeit erhält im Jahr 2019 das Projekt:
„Aufbau und Organisation einer Notfallstation im St. Francis Referral Hospital in Ifakara (Tansania)" des Projektleiters Dr. Martin Rohacek vom Schweizerischen Tropen- und Public Health-Institut (Swiss TPH) und der Notfallstation am St. Francis Referral Hospital, Ifakara in Tansania.
Mit dem Preis wird ein Projekt gewürdigt, das auf herausragende Art und Weise der Verbesserung der medizinischen Versorgung dient. Er ist mit 100.000 Euro dotiert – Geld, das unmittelbar für das Projekt verwendet werden wird. In diesem Jahr stand die Notfall- und Intensivmedizin im Fokus der Preisverleihung.
Projektbeschreibung: „Aufbau und Organisation der Notfallstation im St. Francis Referral Hospital, Ifakara, Tansania"
Seit September 2015 setzt der Schweizer Internist und Notfallmediziner Dr. Martin Rohacek das Projekt „Aufbau und Organisation der Notfallstation in Ifakara“ in Zusammenarbeit mit dem St. Francis Referral Hospital im ländlichen Ifakara und dem Ifakara Health Institute um.
Der Projektleiter der Swiss TPH hat dort eine Notfallstation aufgebaut – mit Triage, Diagnose und Behandlung von jährlich 36.000 Erwachsenen und Kindern. Das St. Francis Referral Hospital ist ein Zuweisungszentrum für eine ländliche Bevölkerung von ca. einer Million Menschen. Die meisten Patientinnen und Patienten leiden an Infektionskrankheiten, einer Krankheit im Bereich des Abdomens sowie kardiovaskulären Krankheiten oder erlitten ein Trauma. Dank Triage werden Schwerkranke sofort im Schockraum versorgt, in dem alle nötigen Geräte und Notfallmedikamente vorhanden sind. Die Notfallstation operiert im Dreischicht-Betrieb 24 Stunden pro Tag und wird von lokalen Ärztinnen und Ärzten geleitet.
Rohacek bildet dort zudem Medizinpersonal in Notfallmedizin, Ultraschall und Echokardiographie aus und führt klinische Forschungsprojekte durch. Etliche bereits Ausgebildete trainieren nun selber weitere Kolleginnen und Kollegen. Bisher haben etwa 100.000 Patientinnen und Patienten aus drei Distrikten im Umkreis von 150 Kilometern vom Projekt profitiert.
Mit dem Preisgeld möchte das Team ein weiteres Ultraschallgerät sowie einige Ersatzteile anschaffen – vor allem aber das Training fortführen und intensivieren. So soll das medizinische Personal in Ifakara langfristig trainiert sowie weitere lokale Instruktoren in Notfallmedizin und Ultraschall ausgebildet werden.
Preisverleihung am 17. Oktober 2019 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ)
Die Preisverleihung fand am 17. Oktober 2019 im Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) in Berlin statt und wurde mit einer Rede des Parlamentarischen Staatssekretärs für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung Norbert Barthle über die "Entwicklungszusammenarbeit im 21. Jahrhundert" sowie einem Festvortrag von Prof. Dr. Uwe Janssens, Präsident der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, mit dem Thema "Überversorgung hier – fehlende Ressourcen dort" begleitet.
Weitere Informationen erhalten Sie in der Pressemitteilung vom 21.10.19., sowie im Menü aktuelle Förderungen.