Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses: Neue Promotionskollegs bewilligt

Die Standorte in Bonn, Leipzig und Rostock erhalten je eine Förderung von 900.000 Euro.
Else Kröner Promotionskollegs

Die Förderlinie der Promotionskollegs stärkt gezielt die wissenschaftliche Nachwuchsförderung an den Medizinischen Fakultäten. Mit der Bewilligung der drei Promotionskollegs in Bonn, Leipzig und Rostock erhalten besonders engagierte und talentierte Medizinstudierende die Möglichkeit, ihre Promotion in einem exzellenten Forschungsumfeld zu absolvieren. In den Kollegs werden sie eng durch erfahrene Mentorinnen und Mentoren begleitet, lernen unterschiedliche wissenschaftliche Karrierewege kennen und setzen sich frühzeitig mit der Verbindung von medizinischer Forschung und Patientenversorgung auseinander. 

Folgende Kollegs erhalten je eine Förderung von 900.000 Euro: 

Das Promotionskolleg IMMUNE PILOT wird von den etablierten Clinician Scientists Prof. Dr. med. Kaan Boztug und Prof. Dr. med. Anne-Katrin Pröbstel geleitet.

Sprechertandem: Prof. Dr. Anne-Katrin Pröbstel & Prof. Dr. Kaan Boztug
Institutionen: Zentrum für Neurologie, Klinik für Neuroimmunologie und Neuromuskuläre Erkrankungen & Zentrum für Kinder- und Jugendmedizin, Klinik und Poliklinik für Pädiatrische Immunologie und Rheumatologie, Universitätsklinikum Bonn
Titel: IMMUNE PILOT: Analyse immunvermittelter Pathologien in verschiedenen Geweben und Lebensdauer für gezielte Immuninterventionen

Mit dem Promotionskolleg „IMMUNE PILOT“ führt die Medizinische Fakultät der Universität Bonn Medizinstudierende am Universitätsklinikum Bonn frühzeitig an die Schnittstelle von Immunologie, Neurowissenschaften und Genetik heran und bereitet forschungsbegeisterte Nachwuchsmedizinerinnen und -mediziner gezielt auf eine Karriere als Clinician Scientist vor. Teilnehmende erhalten neben intensiver Betreuung, strukturierter Qualifizierung und internationalen Austauschmöglichkeiten auch Zugang zu einer außergewöhnlich starken Forschungsinfrastruktur. Dazu gehören der Bonn Technology Campus sowie der DFG-Exzellenzcluster ImmunoSensation und das Deutsche Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen. Dieses Umfeld schafft exzellente Voraussetzungen für die Ausbildung des klinisch-wissenschaftlichen Nachwuchses.

Prof. Dr. Ulrich Laufs, Dr. Dr. Silke Meyer-Zimmermann, Prof. Dr. Berend Isermann

Sprecher: Prof. Dr. Berend Isermann
Institution: Institut für Laboratoriumsmedizin, Klinische Chemie und Molekulare Diagnostik, Universitätsklinikum Leipzig
Titel: EMILIA - Ausbildungsprogramm für Medizinstudenteninnen und -studenten im Bereich lebensstilbedingter vaskulär-metabolischer chronischer Erkrankungen

Die Früherkennung, Prävention und Umkehrung chronischer Krankheitsprozesse stellen eine medizinische Herausforderung dar. Lebensstilbedingte Stoffwechselstörungen wie Adipositas und Diabetes mellitus können zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen und mikrovaskuläre Komplikationen führen. Die krankhaften Mechanismen hierfür entstehen bereits in der Schwangerschaft und frühen Kindheit. Auf zellulärer Ebene werden diese Krankheitsverläufe durch kritische „Umschaltpunkte“ wie Veränderungen in der Genaktivität und Modifikationen von Proteinen gesteuert, was zur Beeinträchtigung des Zellstoffwechsels führt. Im Rahmen des Promotionskollegs „EMILIA“ werden angehende klinische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler ausgebildet, die die Mechanismen dieser Umschaltpunkte im Krankheitsverlauf untersuchen und neue therapeutische Ziele für lebensstilbedingte Erkrankungen identifizieren.  

GRAIL-basierte Ganganalyse in virtueller Umgebung

Sprecher: Prof. Dr. Dr. Markus Kipp
Institution: Institut für Anatomie, Universitätsmedizin Rostock
Titel: Schritt: Physische Mobilität beim gesunden und pathologischen Altern

Im Zentrum des Kollegs stehen der aufrechte Gang sowie Erkrankungen und Alterungsprozesse, die zu Gangstörungen und zu Mobilitätseinschränkungen führen können. Die Promovierenden untersuchen verschiedene Aspekte von Gangstörungen bei unterschiedlichen Krankheitsbildern – darunter Multiple Sklerose, Osteoporose, Arthrose, die Alzheimer-Erkrankung und Morbus Parkinson. Dabei werden Analysen des menschlichen Gangbildes sowie Untersuchungen in Tiermodellen systematisch mit neuronalen Prozessen und Pathologien des Bewegungsapparates verknüpft. Das übergeordnete Ziel des Kollegs ist die Früherkennung von Gangstörungen mit besonderem Fokus auf präventive Ansätze und Therapien. Hierfür verfolgt das Promotionskolleg einen konsequent interdisziplinären Ansatz unter Beteiligung der Fakultäten: Medizin, Informatik und Elektrotechnik sowie Sportwissenschaften.