Liebe Frau Asschenfeldt, Sie feiern dieses Jahres Ihr 10-jähriges Jubiläum bei der EKFS. Wie hat sich die Stiftung in den letzten Jahren verändert?
An meinem ersten Arbeitstag habe ich mich bei fünf Kollegen vorgestellt – das war 2010 die „ganze“ Stiftung vor Ort. Heute müsste ich 16 Kollegen begrüßen. Dies illustriert unser vergrößertes Tätigkeitsfeld: eine Reihe von neuen Förderlinien im wissenschaftlichen Bereich, die Etablierung eines hochdotierten Forschungspreises, die Auslobung eines Zentrums für Klinische Forschung, dies alles begleitet durch eine aktive Öffentlichkeitsarbeit und eine Reihe eher operativer Projekte sind dazu gekommen.
Was motiviert Sie an Ihrer täglichen Arbeit?
Der Austausch mit unseren Antragsstellern macht mir große Freude: Gemeinsam zu überlegen, welche Möglichkeiten der Förderung sich eignen; bei aller notwendigen Standardisierung unserer Verfahren, gibt es doch immer Raum für das Individuelle. Dabei gewinne ich Einblick in beeindruckende Lebensläufe und wissenschaftliche Leistungen.
Ebenso motivierend ist die sehr gute Zusammenarbeit mit unserer Wissenschaftskommission im Rahmen unserer monatlichen Konferenzen. Diese Begegnungen sind sehr interessant; sie eröffnen neue Perspektiven und bilden eine zentrale Rückkoppelung für meine Gespräche mit den Antragsstellern und Gutachtern.
Welches Buch haben Sie zuletzt gelesen?
Dem Pandemie-bedingten verkleinerten Alltagsradius der letzten Monate verdanke ich viel mehr Zeit für Bücher. Zu Beginn des Lockdowns habe ich Camus´ „Pest“ noch einmal gelesen. Verblüffende Parallelen waren an manchen Stellen zu entdecken...
Um zu verstehen, warum Churchill 1953 der Literaturnobelpreis verliehen wurde, habe ich mir seine Biographie „My Early Years“ ausgesucht.
Im Moment verfolge ich das Leben Dostojewskis. Leonid Zypkins in der Sowjetunion verbotener surrealistischer Roman „Ein Sommer in Baden-Baden“ ist über viele Umwege als Manuskript nach New York gelangt und in diesem Sommer erstmals erschienen.
Vielen Dank!