Karl Deisseroth erhält Nobelpreis für Medizin – EKFS würdigte seine wegweisende Forschung bereits 2017

Auszeichnung für Entdeckungen im Bereich der Optogenetik
Prof. Dr. Karl Deisseroth, Stanford University, erhält den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026.

Bad Homburg v. d. Höhe, 07.10.2026 – Der US-amerikanische Neurowissenschaftler und Psychiater Prof. Dr. Karl Deisseroth, Stanford University, erhält gemeinsam mit den deutschen Forschern Prof. Dr. Peter Hegemann, Humboldt-Universität Berlin, und Prof. Dr. Georg Nagel, Universität Würzburg, den Nobelpreis für Physiologie oder Medizin 2026. Das Nobelpreiskomitee gab die Entscheidung am 5. Oktober bekannt. Deisseroth ist der Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) seit vielen Jahren verbunden: Bereits 2017 zeichnete ihn die Stiftung mit dem Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Forschung aus. Die EKFS gratuliert Karl Deisseroth herzlich zur Verleihung des Nobelpreises.

Die drei Wissenschaftler gelten als Pioniere der Optogenetik und werden für ihre grundlegenden Entdeckungen zu lichtgesteuerten Ionenkanälen und deren wegweisenden Anwendung in der Neurowissenschaft geehrt. Die Methode ermöglicht es, die Aktivität einzelner Nervenzellen mithilfe von Licht gezielt ein- oder auszuschalten und damit ihre Funktion in komplexen neuronalen Netzwerken zu untersuchen. Hegemann und Nagel legten mit der Entdeckung und Erforschung von lichtempfindlichen Proteinen, den Kanalrhodopsinen, wesentliche Grundlagen. Deisseroth gelang es, Kanalrhodopsine in Nervenzellen von Säugetieren einzubringen und machte sie so für die Neurowissenschaften nutzbar. Die Optogenetik hat die neurowissenschaftliche Forschung grundlegend verändert und ermöglicht es, Zusammenhänge zwischen neuronalen Schaltkreisen, Verhalten, Erinnerungen und Gefühlen mit hoher Präzision zu untersuchen.

Die EKFS würdigte Deisseroths wissenschaftliche Leistungen bereits 2017 mit dem mit vier Millionen Euro dotierten Else Kröner Fresenius Preis für Medizinische Forschung auf dem Gebiet der „Biologischen Grundlagen psychischer Erkrankungen“. Ausgezeichnet wurden seine bahnbrechenden Entdeckungen zu der Optogenetik und der Hydrogel-Gewebe-Chemie sowie zu neuronalen Schaltkreisen bei Depressionen. Das Preisgeld setzte Deisseroth für weiterführende Experimente in diesem Feld ein.

Auch aktuell unterstützt die EKFS Forschungen zu den Einsatzmöglichkeiten der Optogenetik für die Medizin. Seit 2024 fördert sie das Else Kröner Fresenius Zentrum (EKFZ) für Optogenetische Therapien an der Universitätsmedizin Göttingen mit bis zu 37,4 Millionen Euro über zehn Jahre. Ziel des EKZF ist es, optogenetische Ansätze aus der Grundlagenforschung in die klinische Anwendung zu überführen und damit langfristig Patientinnen und Patienten neue Therapieoptionen zu eröffnen. Im Fokus stehen innovative Behandlungsansätze für Blindheit, Magenlähmung, motorische Defizite und Taubheit. Dazu zählt auch die Entwicklung eines optogenetischen Cochlea-Implantats für das „Hören mit Licht“.

Else Kröner-Fresenius-Stiftung (EKFS) – Forschung fördern. Menschen helfen.
Die gemeinnützige Else Kröner-Fresenius-Stiftung widmet sich der Förderung medizinischer Forschung und unterstützt humanitäre Projekte. Bis heute hat sie rund 3.000 Projekte gefördert. Mit einem jährlichen Fördervolumen von aktuell rund 90 Millionen Euro ist sie die größte Medizin fördernde Stiftung Deutschlands. Weitere Informationen finden Sie unter: www.ekfs.de

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Else Kröner-Fresenius-Stiftung
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