Lieber Herr Herfurth, über dreißig Jahre waren Sie Vorstandsmitglied der Else Kröner-Fresenius-Stiftung und kannten das Ehepaar Kröner noch persönlich. Beschreiben Sie doch kurz die Entwicklung der Stiftungsarbeit?
Es war eine faszinierende Entwicklung für mich, beginnend mit einem bedachtsamen Entscheidungsweg der Stifterin Else Kröner, die ich, beginnend mit den späten 70-er Jahren, miterleben durfte. Immer wieder wurden, auch mit längeren Unterbrechungen, Serien von Gesprächen unter Einschluss von Hans Kröner, teilweise mit wechselnden Beratern, geführt, um sich an die richtige Gestaltung heranzutasten. Und später mein Eintritt als Alleinvorstand in die immer noch sehr kleine Stiftung im April 1989, damals ohne auch nur einen fest angestellten Mitarbeiter, wohl aber von faszinierenden Persönlichkeiten wie Hans Kröner, Reinhard Goerdeler, Alfred Stiefenhofer und Hans Göring geprägt.
So konnte ich an der Schaffung der theoretischen Basis ebenso teilhaben wie an dem praktischen Aufbau der Stiftung.
Auf die ganz kleinen Schritte zu Beginn folgte eine atemberaubend schnelle Entwicklung, die natürlich nur wegen der ebenso schnellen Entwicklung der Fresenius-Unternehmensgruppe möglich war, aus der der Stiftung die notwendigen Mittel für ihre Förderideen zuflossen. Der Ideenreichtum und Mut der genannten Personen, zu denen u. a. noch Karl Schneider, Manfred Specker traten, wusste diese Voraussetzungen zu nutzen, um satzungsgemäße Förderprogramme mit vielen eigenen Anstößen aufzubauen und mit großer menschlicher Zugewandheit auch die Ziele zu identifizieren, für die die Mittel optimal eingesetzt werden konnten.
Für mich ist es eine besondere Freude zu sehen, dass dieses Erbe heute in den Händen eines engagierten und kompetenten Teams unter der Leitung von Michael Madeja und Tanja Dangmann liegt.
Welches Potenzial sehen Sie für die Zukunft der EKFS?
Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung hat sich im Kreise der sachkundigen Beobachter inzwischen ein Ansehen erworben, das es ihr erlaubt, die höchstwertigen Projekte in ihre Betreuung zu übernehmen, um damit den höchsten Nutzen sowohl für die medizinische Forschung als auch für die Gesundheitsversorgung an Orten, wo sie besonderer Fortschritte bedarf, zu erzielen. Seitens der Vermögensverwaltung der Stiftung sind die Voraussetzungen für einen entsprechend wachsenden Mittelzufluss an die Stiftung geschaffen worden. So bedarf es nur noch des fachlich qualifizierten Teams, das die Stiftung ebenfalls hat, um aus Bewährtem und kraftvollen neuen Ideen eine gute Zukunft zu sichern.
Was war das schönste Erlebnis während Ihrer Stiftungsarbeit in der EKFS?
Die Zeit war so lange und ereignisreich, dass es kaum möglich ist, eine solche Auswahl zu treffen. Was ich aber sagen kann, ist, dass ich mit fantastischen Menschen zusammenarbeiten durfte und eine Vielseitigkeit erlebt habe, die ein Berufsleben eher selten bietet. Auch die Schattenseiten menschlichen Miteinanders sind keineswegs ausgeblendet gewesen, was aber im Rückblick nicht mehr schmerzt. Ich blicke ebenso dankbar auf die Zeit mit der Else Kröner-Fresenius-Stiftung zurück wie ich zuversichtlich bin, noch Erfolge in der Zukunft miterleben zu dürfen.
Vielen Dank