Für die Verbesserung der medizinischen Forschung ist es erforderlich, dass auch Naturwissenschaftlerinnen und Naturwissenschaftler medizinische Fragestellungen bearbeiten (Medical Scientists). Obwohl dies vielfach erfolgt, ist die Forschung oft theoretisch orientiert und es fehlt ein tieferes Verständnis von medizinischen Voraussetzungen, klinischen Konsequenzen und den Bedingungen ärztlichen Handelns.
Die Else Kröner-Fresenius-Stiftung möchte die Medizinischen Fakultäten (Mitglieder des Medizinischen Fakultätentages) und Universitätsklinika in Deutschland im Rahmen von wissenschaftlichen Kollegs unterstützen, im medizinischen Bereich die Etablierung von jungen hochtalentierten Medical Scientists zu verbessern und ihre Forschung mit dem Ziel der besseren Behandlung von Patientinnen und Patienten zu optimieren.
Dazu schreibt die Else Kröner-Fresenius-Stiftung die Einrichtung von drei Medical Scientist Kollegs aus, die mit jeweils 1,1 Mio. € für eine Laufzeit von vier Jahren dotiert sind. Aufgrund der erfreulich hohen Antragszahlen in dieser Förderlinie wird das Feld der antragsberechtigten Universitäten für diese Ausschreibung in zwei Gruppen aufgeteilt. Zur Aufteilung des Feldes wird die Größe der jeweiligen Fakultät anhand der Anzahl an Professuren herangezogen (vgl. DFG-Förderatlas). Im Jahr 2026 sind die Hochschullehrerinnen und -lehrer der unten aufgeführten Medizinischen Fakultäten antragsberechtigt. In der nächsten Ausschreibung, die im Jahr 2028 folgt, werden dann die zahlenmäßig größeren Fakultäten zur Antragstellung zugelassen. Zudem gilt, dass Standorte, an denen ein Medical Scientist Kolleg aktuell von der EKFS in der ersten Periode gefördert wird, nicht antragsberechtigt sind (dies sind die Universitäten Dresden, Göttingen, Hamburg, Hannover, Lübeck, Mainz).
Für die jetzige Ausschreibung kann von folgenden Medizinischen Fakultäten eine Antragsskizze eingereicht werden:
- Universität zu Kiel
- Universität Regensburg
- Universität Ulm
- Technische Universität München
- Universität Gießen
- Universität Jena
- Medizinische Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg
- Universität des Saarlandes
- Universität Greifswald
- Universität Magdeburg
- Universität Rostock
- Universität Halle-Wittenberg
- Universität Oldenburg
- Universität Witten-Herdecke
- Universität Augsburg
- Universität Bielefeld
- Medizinische Universität Lausitz
Erwartet wird ein klinik- und institutsübergreifender Antrag aus der Medizinischen Fakultät ggf. unter Kooperation mit naturwissenschaftlichen Fakultäten für ein gemeinsames wissenschaftliches Programm, in dessen Rahmen die Kollegiatinnen und Kollegiaten konkrete patientenorientierte Forschungsvorhaben bearbeiten und weiterentwickeln können. Das Konzept kann entweder in der Promotions- oder in der Postdoc-Phase angesiedelt sein. Dazu wird ein spezifisches Programm mit klinischen Weiterbildungskomponenten, Vermittlung ärztlicher Ethik und medizinischer Grundlagen, ein begleitendes professionelles Mentoring-Programm und eine kolleginterne Seminarreihe mit internationalen Gastvorträgen erwartet.
Die Ausschreibung erfolgt in zwei Stufen. Die Antragsskizzen können bis zum 22. April 2026 per Mail an antrag-wissenschaft@ekfs.de eingereicht werden. Hinweise zur Antragstellung finden sich untenstehend im Downloadbereich.
Nach Auswahl durch die Wissenschaftskommission der Stiftung werden einige Skizzen zur Einreichung von Vollanträgen eingeladen. Nach Beurteilung und Empfehlung der Vollanträge durch die Wissenschaftskommission entscheidet der Stiftungsrat im Laufe des Jahres 2026 über die Förderung.
Hinweis: Else Kröner-Forschungskollegs für junge Ärztinnen und Ärzte sowie Promotionskollegs für Medizinstudierende werden wieder im Jahr 2027 ausgeschrieben. Einzelheiten zu diesen Förderlinien finden Sie hier.